Brotgetreide gesichert – Produzenten unter Druck

Die Schweizer Getreideernte 2025 erholt sich nach dem historischen Einbruch von 2024: Menge und Qualität stimmen, die Versorgung mit Brotgetreide ist gesichert. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Produzentinnen und Produzenten durch Markt- und Gesellschaftserwartungen. Der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) zieht Bilanz über das Jahr 2025. Mehr dazu im 7. Teil der 15-teiligen Jahresrückblick-Serie.

lid |

Nach dem historischen Ernteeinbruch 2024 konnte die Getreidebranche 2025 durchatmen. Die Erträge fielen deutlich höher aus, die Qualität stimmt – und bei Brotgetreide ist die Versorgung bis zur Ernte 2026 gesichert.

Gleichzeitig wird aber klar: Zwischen Agrarpolitik, Marktanforderungen und gesellschaftlichen Erwartungen geraten Produzentinnen und Produzenten zunehmend unter Druck.

Deutlich höhere Menge, solide Qualität

Die Brotgetreideernte 2025 brachte die erhoffte Erholung: Insgesamt wurden 403’400 Tonnen backfähiges Getreide geerntet – 77 Prozent mehr als im schwierigen Vorjahr und rund 26 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt. Der Frühling brachte warmes, sehr sonniges Wetter mit deutlich weniger Niederschlägen als 2024.

Der Krankheitsdruck war tief, die Bestände konnten ihr Ertragspotential ausschöpfen. Erst die regenreichen Phasen Ende Juli verzögerten die Ernte und erschwerten späte Druschtermine. Unter dem Strich resultiert ein Versorgungssaldo von rund 112’000 Tonnen backfähigem Getreide. Die inländische Versorgung gilt damit bis zur Ernte 2026 als gesichert.

Die Qualitätsanalysen von Swiss Granum, Agroscope und Richemont zeigen ein insgesamt sehr gutes Qualitätsbild beim Mahlweizen 2025. Das Hektolitergewicht liegt mit durchschnittlich 82,4 Kilogramm pro Hektoliter über dem Fünfjahresmittel. Der durchschnittliche Proteingehalt beträgt 13,4 Prozent und liegt damit zwar leicht unter 2024, aber deutlich über dem Fünfjahresschnitt. Positiv ist auch die Lebensmittelsicherheit: Das Mykotoxin Deoxynivalenol kommt beim Mahlweizen 2025 seltener vor als im Vorjahr, das Belastungsniveau liegt tief. In 96 Prozent der untersuchten Proben wurde kein oder nur ein Wert unterhalb der Nachweisgrenze festgestellt. Auch bei Gerste und Triticale ist das Niveau insgesamt moderat.

Mehr Gerste, sinkende Weizenpreise am Weltmarkt

Die inländische Gerstenproduktion fällt mit rund 144’000 Tonnen höher aus als im vergangenen Jahr, aber tiefer als 2023 – unter anderem weil die Anbaufläche tiefer war als in den letzten beiden Jahren.

Die Börsenpreise für Standardweizen auf dem internationalen Markt sind seit Jahresbeginn 2025 von rund 230 auf etwa 185 Euro pro Tonne gefallen – ein Rückgang von 24 Prozent. Weltweit ist die Getreideproduktion hoch, die Lagerbestände steigen. Das drückt auch auf die Spielräume im Inland.

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