Dank Digitalisierung: Stabiler Ertrag bei weniger Stickstoffüberschuss

Wie lässt sich im Ackerbau Stickstoff einsparen, ohne dass Ertrag oder Qualität leiden? In einem Ressourcenprojekt konnten durch eine teilflächenspezifische Düngung die Stickstoffüberschüsse auf Praxisbetrieben um durchschnittlich 18 Prozent gesenkt werden.

pd/blu |

Beim vierjährigen Ressourcenprojekt «Smart-N» wurden auf 40 Weizenfeldern in den Kantonen Thurgau und Schaffhausen untersucht, wie sich teilflächenspezifische Bewirtschaftung auswirkt.

Verschiedene Düngungsstrategie

Acht Betriebe haben verschiedene Düngungsstrategien verfolgt: von der betriebsüblichen, homogenen Ausbringung bis hin zur satellitengestützten Applikation. Das Resultat ist gemäss Mitteilung von Agridea erfreulich: Auf den teilflächenspezifisch gedüngten Flächen wurde im Schnitt leicht weniger Stickstoff ausgebracht als bei der Standardvariante.

«Entscheidender ist jedoch die Effizienz der Pflanzenaufnahme: Die Stickstoffüberschüsse – also die Menge an Dünger, die nicht von der Pflanze aufgenommen wurde und potenziell die Umwelt belastet – sanken um durchschnittlich 18 Prozent», heisst es weiter.

Wichtig für Landwirtinnen und Landwirte: Diese ökologische Verbesserung ging nicht zulasten der Wirtschaftlichkeit. Die Kornerträge blieben mit durchschnittlich 60 dt/ha auf dem Niveau der betriebsüblichen Variante. Auch der Proteingehalt blieb stabil.

Praxistauglichkeit

Beim Projekt wurde auch der Praxistauglichkeit ein hoher Stellenwert zugeordnet. Es wurden Umsetzungsstufen vom Tablet mit manueller Mengenkorrektur am Streuer bis zur vollautomatischen Lösung via Isobus und GPS getestet. Die Technik allein sei kein Allheilmittel. In einzelnen Fällen schnitt der betriebsübliche Variante besser ab.

«Die guten Ergebnisse der ‹Grundlagen für die Düngung landwirtschaftlicher Kulturen in der Schweiz› (GRUD) auf den Kleinparzellen sind ein Hinweis, dass ein deutlicher Mehrwert entsteht, wenn die GRUD bei der Berechnung der Düngermenge berücksichtigt und diese dann teilflächenspezifisch verteilt wird», schreibt Agridea, die landwirtschaftliche Beratungszentrale.

«Entscheidend ist nicht nur die Technik, sondern deren Kombination mit der guten fachlichen Praxis sowie mit dem Wissen der Landwirtinnen und Landwirte», sagt Benedikt Kramer von der Agridea. Herausfordernd bleibt die präzise Einschätzung der Boden-Nachlieferung (Nmin). So ist die Berücksichtigung von Nachlieferungen aus dem Boden essenziell, um die Gesamtdüngermenge korrekt festzulegen. «Ein Aspekt, den reine Applikationskarten-Anbieter oft nicht abdecken», heisst es in der Mitteilung weiter.

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