
Bemerkenswert ist laut dem Soja Netzwerk Schweiz zudem, dass erstmals keine Sojaimporte mehr aus Brasilien verzeichnet wurden.
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Im Jahr 2025 stammten nahezu alle importierten Sojabohnen für Futtermittel aus europäischem Anbau, teilt das Soja Netzwerk Schweiz mit. Von insgesamt 266'557 Tonnen seien 97,8 Prozent aus Europa bezogen worden.
Italien blieb mit über der Hälfte der Liefermenge das wichtigste Herkunftsland, gefolgt von der Ukraine, die trotz herausfordernder Rahmenbedingungen weiterhin eine bedeutende Rolle spiele.
Bemerkenswert ist laut dem Soja Netzwerk Schweiz zudem, dass erstmals keine Sojaimporte mehr aus Brasilien verzeichnet wurden. Parallel dazu erfüllt ein grosser Teil der Importe hohe Nachhaltigkeitsanforderungen: Rund 96 Prozent der Sojamengen sind nach anerkannten Standards zertifiziert.
Klare Abkehr von Übersee-Importen
Auch bei anderen Futtermitteln zeigt sich ein ähnlicher Trend. Laut Angaben von Réservesuisse – der Organisation, die in der Schweiz für die Sicherstellung der Pflichtlager und damit für die Versorgungssicherheit bei wichtigen Gütern zuständig ist – wurden 2025 rund 397'168 Tonnen Futtergetreide importiert.
Ein Grossteil davon – über 371'000 Tonnen – entspricht den Anforderungen an sikkationsfreie Produktion. Die wichtigsten Lieferländer sind Frankreich und Deutschland.
Ein weiterer Meilenstein ist die vollständige Umstellung beim Maiskleber: Während dieser vor wenigen Jahren noch überwiegend aus China stammte, wurde 2025 die gesamte Importmenge von 41'863 Tonnen ausschliesslich aus europäischen Ländern wie Frankreich, Österreich, Bulgarien und Spanien bezogen.
Beim Bruchreis, der unter anderem aus Brasilien, Myanmar und Italien importiert wird, liegt der Anteil nachhaltig beschaffter Ware ebenfalls bei hohen 96 Prozent.
Nachhaltigkeitsstrategie zeigt Wirkung
Die Entwicklung wird als Erfolg der strategischen Neuausrichtung gewertet. Das Soja Netzwerk Schweiz verfolgt seit Jahren das Ziel, Futtermittel vermehrt aus regionalen und nachhaltig produzierten Quellen zu beziehen. Diese Strategie zeigt inzwischen auch bei anderen Importprodukten Wirkung.
Fortunat Schmid, Präsident des Netzwerks, zieht eine positive Bilanz und betont, dass die Nachhaltigkeitsziele zunehmend auf weitere Futtermittel ausgeweitet werden.
Neue Gentechnik rückt in den Fokus
Neben der Herkunft der Futtermittel beschäftigt sich die Branche auch mit zukünftigen Entwicklungen. Im Rahmen der Mitgliederversammlung vom 24. April in Sursee standen neue genomische Techniken wie CRISPR/Cas im Mittelpunkt.
Das Netzwerk plädiert für eine sachliche Diskussion und sieht eine enge Orientierung an der EU-Gesetzgebung als entscheidend an. Ziel ist es, Handelshemmnisse zu vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz zu sichern. Gleichzeitig wird betont, dass klare Regeln entlang der Lieferkette notwendig sind, um Transparenz und Rückverfolgbarkeit bei Anwendungen neuer Technologien zu gewährleisten.