
Urs Lüthy ist überzeugt, dass Süsslupinen hierzulande einen Markt finden können.
Robert Alder
Mit der neu geschaffenen Auszeichnung Superfood des Jahres lenkt Biovision den Blick auf Lebensmittel, die künftig eine wichtigere Rolle in unserer Ernährung spielen sollten. Für das Jahr 2026 fällt die Wahl auf die Süsslupine.
Sie vereint ökologische, agronomische und ernährungsphysiologische Vorteile und sei damit ein Gewinn für Mensch und Umwelt, schreibt Biovision in einer Mitteilung. Trotz dieses Potenzials ist die Hülsenfrucht auf Schweizer Tellern bislang wenig verbreitet. Das solle sich ändern.
Mit viel Eiweiss und Ballaststoffen
Die Lupine überzeugt in mehrfacher Hinsicht. Aus gesundheitlicher Perspektive ist sie bemerkenswert. Mit einem Proteingehalt von rund 40 Prozent zählt sie zu den eiweissreichsten Hülsenfrüchten überhaupt. Zudem zeichnet sich ihr Protein durch eine hohe Qualität aus, da sie alle essenziellen Aminosäuren enhält.
Der Ölanteil von fünf bis zehn Prozent besteht überwiegend aus ungesättigten Fettsäuren. Hinzu kommen ein hoher Ballaststoffgehalt und ein sehr geringer Anteil an Kohlenhydraten. «Perfekt für eine ausgewogene, gesunde und ökologische Ernährung», schreibt Biovision.
Positive Wirkung auf den Böden
In der Landwirtschaft punktet die Lupine mit ihrer positiven Wirkung auf den Boden. Ihre tiefreichenden Pfahlwurzeln lockern selbst schwere Böden auf, verbessern die Wasseraufnahme bei Starkregen und erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit in Trockenperioden. Zudem bindet sie als Hülsenfrucht mithilfe von Rhizobakterien Luftstickstoff und macht ihn pflanzenverfügbar. «Organischer Stickstoff ist ein sehr wertvoller Dünger und entscheidet mit, wie gross die nächste Ernte wird. So kann durch den Anbau von Lupinen der Einsatz von umweltschädlichem Kunstdünger reduziert werden.»
Die Lupine ist auch für die Biodiversität wertvoll. Sie blüht im Sommer, wenn das Nahrungsangebot für Bestäuber oft knapper wird. Ihre grossen Blüten sind für Wildbienen und Hummeln besonders gut zugänglich und liefern ihnen dringend benötigten Pollen.
-> Der Strickhof hat ein Merblatt zu Lupinen zusammengestellt
Vorsicht Verwechslungsgefahr!
Zur Gattung der Lupinen gehören zahlreiche Arten. In Europa werden vor allem die Gelbe, die Blaue und die Weisse Lupine landwirtschaftlich genutzt. Seit der Züchtung der Süsslupinen ab 1920 können ihre Samen ohne aufwendiges Entbittern verarbeitet werden.
Doch nicht alle Lupinenarten sind Superfoods. Laut Biovision ist eine klare Abgrenzung zu Zierlupinen wichtig. Die nordamerikanische Vielblättrige Lupine ist invasiv, nicht essbar und wird in der Schweiz seit 2024 aktiv bekämpft. Superfood des Jahres 2026 ist nur die landwirtschaftlich genutzte Süsslupine.