Effizienz im Acker – Tipps und Risiken

Apps helfen, das Säen oder Spritzen zu planen. Schnittstellen am Traktor übernehmen die Gerätesteuerung, Programme ersetzen den Papierkram. Das alles ist schön, teils aber teuer und auch nicht ungefährlich.

Susanne Meier |

Bei der Saat und der Ernte sind Zeitfenster knapp, da zählt jede Sekunde. Digitale Anwendungen, auch mit künstlicher Intelligenz (KI), helfen, Zeit im Acker zu sparen. Sie liegen im Trend. Ebeso wie die «smarte» Landtechnik. Laut einer Studie des irischen Beratungsunternehmens «Research and Markets» soll der weltweite Markt für Agrartechnologie von 24,42 Mrd. Dollar im Jahr 2024 auf 48,98 Mrd. Dollar (38,67 Mrd. Franken) bis 2030 wachsen, das ist eine Verdoppelung der Ausgaben, die im Endeffekt die Bauern stemmen.

Einsteigen ohne Kosten

Doch mit welchen Technologien können Landwirtinnen sinnvoll in den digitalisierten Ackerbau einsteigen? Das deutsche Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) gibt den Tipp, dass man bei der Informationsbeschaffung ohne grosse Investitionen profitieren kann. Wetter-Apps oder Modelle, die den Krankheitsdruck von Schorf, Mehltau oder Krautfäule einschätzen, erleichtern die Planung der Tagesarbeiten.

In Feldkalendern können alle Aufzeichnungen direkt auf dem Acker erfasst werden – die abendliche Bürozeit und das Sammeln von Zetteln für die Suisse-Bilanz entfallen. Gratis und zeitsparend sind auch das Pflanzenschutzmittelverzeichnis oder Onlineformulare zum Beantragen einer Sonderbewilligung. Lenksysteme und Isobus-Steuerungen erleichtern und beschleunigen die Arbeit auf dem Feld. Sie erlauben Fahrspuren ohne Überlappung – auch bei schlechter Sicht – und Wendevorgänge ohne manuelles Anheben der Geräte und Ausschalten der Zapfwelle.

Den Zugriff steuern

Diesbezüglich nennt das BZL auch die Teilbreitenschaltung bei Feldspritzen und die Möglichkeit, Arbeitsaufträge vom heimischen PC an den Bordcomputer zu senden und umgekehrt, als Effizienz-Booster. Diese Anwendungen sind aber teuer, da die Maschinen die ISONorm erfüllen müssen. Überall, wo Daten ausgetauscht werden, lauern Risiken. Die Schwachstellen sind vielfältig. Laut dem BZL muss man einerseits die eigene Internetnutzung überdenken, denn ein falscher Klick auf eine PhishingMail kann teuer und mit dem Verlust von Daten enden. Andererseits finden Hacker Angriffspunkte bei Handels- oder Logistikplattformen, die mit Partnern genutzt werden und die nicht genügend abgesichert sind.

Wie solchen Pannen vorbeugen? In jedem Fall müsse man ein Backup-Management zur Wiederherstellung der Software aufrechterhalten, so das deutsche Informationszentrum. Weitere Tipps: Das Personal durch Schulungen sensibilisieren, auf Verschlüsselungen setzen, sichere Passwörter erstellen, Zugriffsberechtigungen verteilen und eine Multifaktor-Authentifizierung nutzen.

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