Europäische Sojaverarbeitung in Gefahr

Die europäische Sojaproduktion steht unter Druck: Donau Soja warnt vor den Folgen einer geplanten Einstufung von Sojaöl als Hochrisiko-Rohstoff und fordert von der EU-Kommission ein rasches Umdenken. Unterstützung kommt nun auch aus Österreichs Politik.

Donau Soja setzt sich von Beginn an dafür ein, die Fehleinstufung von europäischem Sojaöl als Hochrisiko-Rohstoff für indirekten Landnutzungswandel (iLUC) im Rahmen der Renewable Energy Directive (RED) zu verhindern.

Beim Agrarministerrat in Brüssel am 26. Mai 2026 hat Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig den Vorschlag der Europäischen Kommission formell infrage gestellt – und wir begrüssen es ausdrücklich, dass dies nun auch auf politischer Ebene Widerhall findet. Wir fordern die Kommission auf, vor dem Inkrafttreten des Delegierten Rechtsakts zu handeln.

Europäisches Soja als tragende Säule der Versorgungssicherheit

Aurélie Tournan, Geschäftsführerin von Donau Soja, erklärt: «Wir vertreten diese Position von Anfang an – und werden das weiterhin tun.

Europäisches Soja wird entwaldungsfrei angebaut, auf bestehenden Ackerflächen und nach verifizierten Nachhaltigkeitsstandards. Es ist eine tragende Säule der europäischen Proteinversorgung, Ernährungssicherheit und Versorgungsresilienz. Die europäische Politik muss das widerspiegeln.»

15 Millionen Tonnen verarbeitet

Die Europäische Kommission hat den Delegierten Rechtsakt am 10. April 2026 angenommen und schlägt vor, Sojaöl als Rohstoff mit hohem iLUC-Risiko einzustufen. Sojaöl ist ein wichtiges Nebenprodukt der Sojaverarbeitung; manche EU-Betriebe verkaufen bis zu 80 % ihrer Sojaölproduktion in den Biokraftstoffmarkt. Die EU verarbeitet derzeit rund 15 Millionen Tonnen Sojabohnen pro Jahr. Nur ein Bruchteil davon, rund 3 Millionen Tonnen, was einer Selbstversorgungsrate von lediglich 8 % entspricht, wird in der EU angebaut.

Fällt der Biokraftstoffmarkt als Absatzkanal weg, wird die Weiterverarbeitung in der EU wirtschaftlich nicht mehr tragfähig. Das entzieht europäischen Landwirt die Abnehmer und beschleunigt eine Verlagerung hin zu Sojaschrot-Importen aus Regionen mit deutlich schwächeren Nachhaltigkeitsstandards. Eine pauschale iLUC-Hochrisiko-Einstufung gefährdet diese Versorgungsbasis und Europas Ernährungssouveränität weiter.

Österreich geht voran – Donau Soja steht dahinter

Landwirtschaftsminister Totschnig forderte die Kommission auf, die Einstufung neu zu bewerten, europäisches Soja entsprechend seiner nachweislich hohen Standards differenziert zu behandeln und Klima-, Energie- und Agrarpolitik aufeinander abzustimmen. Donau Soja vertritt diese Position von Beginn an.

Seit Februar 2026 stehen wir in direktem Kontakt mit EU-Institutionen, haben formelle Stellungnahmen eingereicht und unser Netzwerk aus Mitgliedern und Partner mobilisiert, um gegen eine Einstufung vorzugehen, die die Realität der europäischen Sojaproduktion schlicht nicht widerspiegelt. Europäisches Soja wird entwaldungsfrei angebaut, auf bestehenden Ackerflächen, nach verifizierten Nachhaltigkeitsstandards – Non-GM, herkunftskontrolliert und zertifiziert.

Eine pauschale iLUC-Hochrisiko-Einstufung ignoriert all das und gefährdet genau jene Landwirt und Wertschöpfungsketten, die liefern, was die europäische Politik selbst einfordert. Sie setzt zudem Europas Ernährungssouveränität und Versorgungssicherheit aufs Spiel – zu einem Zeitpunkt, an dem Resilienz wichtiger ist denn je.

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