
Das Pariser Landwirtschaftsministerium veranschlagt den durchschnittlichen Körnermaisertrag aktuell auf 68,2 Dezitonnen pro Hektare. Dies würde den historisch tiefen Wert von 69,7 Dezitonnen pro Hektare aus dem Jahr 2003 unterschreiten.
zvg
Die französische Körnermaisernte fällt offenbar noch kleiner aus als bislang angenommen. Der Statistische Dienst des Pariser Landwirtschaftsministeriums (Agreste) bezifferte in seiner15. September vorgelegten Schätzung das diesjährige Körnermaisaufkommen einschliesslich Saatgut auf knapp 8,1 Mio. Tonnen. Das wären 41,8 % weniger als im Vorjahr und 40,8 % weniger als im fünfjährigen Mittel. Damit würde die Ernte den niedrigsten Stand seit 1980 erreichen. Einen Monat zuvor waren die Fachleute noch von 9,0 Mio. Tonnen ausgegangen.
Den Statistikern zufolge kommen zwei Faktoren zusammen: zum einen die um rund 26 % verringerte Anbaufläche und zum anderen die um etwa 21 % niedrigeren Erträge. Die anhaltende Trockenheit und die Hitzewellen im August hätten die Bestandsentwicklung und die Kornfüllung weiter beeinträchtigt. Agreste veranschlagt den durchschnittlichen Körnermaisertrag aktuell auf 68,2 Dezitonnen pro Hektare. Dies würde den historisch tiefen Wert von 69,7 Dezitonnen pro Hektare aus dem Jahr 2003 unterschreiten.
Mehr Flächen als Silomais genutzt
Einige Bestände sind laut den Fachleuten aufgrund ihres schlechten Zustands letztlich als Silomais geerntet worden, vorwiegend auf nicht bewässerten Flächen. Dieser Schritt sei auch wegen des Futtermangels in den Viehhaltungsgebieten erfolgt. Agreste geht davon aus, dass dies rund 120'000 Hektaren betrifft.
Derweil dürfte das Silomaisareal im Vergleich zu 2025 um 5 % ausgeweitet worden sein. Laut den Statistikern hat dies jedoch nicht ausgereicht, um den deutlichen Ertragsrückgang von 30 % gegenüber dem Vorjahr auszugleichen. Die diesjährige Silomaisproduktion veranschlagt Agreste auf 11,3 Mio. Tonnen; das wäre gegenüber 2025 ein Minus von 27,1 % und gegenüber dem fünfjährigen Mittel von 30,7 %. Im Durchschnitt erwarten die Fachleute einen Ertrag von 90,3 Dezitonnen pro Hektare.
Auch Zuckerrüben auf Tiefststand
Ebenfalls auf das Niveau von 1980 dürfte nach den Schätzungen von Agreste die diesjährige Zuckerrübenproduktion fallen. Die Statistiker beziffern das diesjährige Aufkommen auf 25,4 Mio. Tonnen.
Das wären 29,2 % weniger als 2025 und 22,9 % weniger als im fünfjährigen Mittel. Neben einem um 24 % niedrigeren Durchschnittsertrag wirkt sich auch die um 6 % verkleinerte Anbaufläche aus.