Einst wurde der Dinkel fast ganz vom Weizen verdrängt. Nun liegt er aber wieder voll im Trend, und es braucht mehr.
Mit der fortschreitenden Mechanisierung und dem zunehmenden Anbau von Weizen geriet der Dinkelanbau im letzten Jahrhundert in der Schweiz immer mehr ins Abseits.
Es sah so aus, als würde das alte Getreide ganz von der Bildfläche verschwinden. «Dass der Dinkel überlebt hat, ist den Bauern und Müllern in klimatisch benachteiligten Getreidegebieten zu verdanken.» So schreibt es die IG-Dinkel auf ihrer Internetseite. Die Interessengemeinschaft wurde vor 25 Jahren gegründet, mit dem Ziel, den Dinkelanbau in der Schweiz zu fördern. Wie es scheint mit Erfolg.
Die Schweizer Dinkelfläche hat in den letzten Jahren stetig zugenommen (siehe Grafik). Im Jahr 2000 wurde noch auf knapp 1500 Hektaren Dinkel angesät. Zehn Jahre später waren es bereits 4100 Hektaren, und noch einmal zehn Jahre später (2020) hatte sich die Fläche vervierfacht (knapp 6000 Hektaren).

Schweizer Bauer
Für die heurige Ernte wurde laut Swiss Granum geschätzt auf einer Fläche von 6300 Hektaren Dinkel produziert. Und für die Ernte im nächsten Jahr soll die Fläche noch einmal um 15% auf rund 7250 Hektaren erhöht werden.
Mehr zum Dinkel
Gemäss der Website Schweizer Brot ist Urdinkel ein eiweissreiches Getreide, dessen Mehl verschiedene Vitamine (B1, B6) und Mineralstoffe sowie hochwertige ungesättigte Fettsäuren – und kein Cholesterin – enthält. «Der hohe Anteil an komplexen Kohlenhydraten und Nahrungsfasern macht Urdinkel zur idealen Ernährung für Figurbewusste und Sportler», heisst es weiter.
Zudem habe das Getreide einen «unverwechselbaren Eigengeschmack». Eine Eigenheit des Dinkels ist, dass das Korn nach dem Dreschen immer noch in den Spelzen eingeschlossen ist. Beim Röllen in der Mühle werden die Kerne von den Spelzen befreit. blu/bki
