
Die Maiserträge in Frankreich sind deutlich geringer als in anderen Jahren.
Fritz the cat
Die französische Maisproduktion bricht in diesem Jahr regelrecht ein. Die Fachleute des Statistischen Dienstes des Pariser Landwirtschaftsministeriums (Agreste) bezifferten in ihrer am Freitag (7.8.) vorgelegten Schätzung die diesjährige Körnermaisernte einschliesslich Saatmais auf nur 9,0 Mio. Tonnen. Das würde einem Rückgang gegenüber 2025 um 35,3 % entsprechen. So wenig Körnermais war in Frankreich zuletzt 1980 gedroschen worden.
Die Fachleute führen das Minus zum einen auf den Rückgang der Erträge um 19 % auf 70,3 dt/ha im Mittel zurück. Zum anderen wirkte sich die in diesem Jahr im Vergleich zu 2025 um 21 % kleinere Anbaufläche produktionsmindernd aus. Die Statistiker erinnerten daran, dass so niedrige Erträge zuletzt 2003 verzeichnet worden seien, als Frankreich wie andere europäische Länder auch von einer schweren Hitzewelle getroffen wurde.
Wird Körnermais siliert?
Etwas besser als beim Körnermais sieht es beim getrennt ausgewiesenen Futtermais aus. Hier veranschlagen die Agreste-Fachleute die diesjährige Produktion auf knapp 11,4 Mio. Tonnen; das wären 26,7 % weniger als ein Jahr zuvor.
Noch ist unklar, wie viel Körnermais angesichts der absehbar kleinen Futtermaisernte siliert wird, um die Versorgung von Tierbeständen zu sichern. Dies würde dann das Körnermaisaufkommen in Frankreich noch weiter schmälern.
Grösseres Sonnenblumenareal als Ausgleich
Ebenfalls drastisch kleiner dürften in diesem Jahr die Erträge bei den Sonnenblumen ausfallen. Die Agreste-Fachleute gehen in ihrer jüngsten Schätzung davon aus, dass die Erträge bei der Ölfrucht um 13 % gegenüber 2025 sinken.
Der Menge nach erwarten die Statistiker «nur» einen Rückgang um 0,8 % auf 1,4 Mio. Tonnen, da die Anbaufläche im Gegenzug um 13 % gewachsen ist.