
Laut der Branchenorganisation könnte der Durchschnittsertrag für Speisekartoffeln 2026 auf 37,4 t/ha und damit auf den niedrigsten Wert seit mehr als 30 Jahren sinken.
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In Frankreich steht nach einer guten Vorjahresernte ein regelrechter Einbruch der Kartoffelproduktion bevor. Davor hat der Fachverband der Kartoffelproduzenten (UNPT) gewarnt. Demnach haben Hitze und Dürre die Ertragserwartungen erheblich verschlechtert, hinzu kommt die spürbar verkleinerte Anbaufläche.
Fläche eingeschränkt
Laut der Branchenorganisation könnte der Durchschnittsertrag für Speisekartoffeln 2026 auf 37,4 t/ha und damit auf den niedrigsten Wert seit mehr als 30 Jahren sinken. 2025 waren pro Hektare noch 43,5 Tonnen gerodet worden, das Fünfjahresmittel liegt bei 43,1 t/ha.
Die Anbaufläche ist dem Fachverband zufolge gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent eingeschränkt worden. In der Folge muss laut UNPT damit gerechnet werden, dass die französische Produktion um 23 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen wird. Ausserdem erwartet der Fachverband eine «heterogenere» Ernte mit einem grösseren Anteil kleinerer Knollen, schwankenden Trockenmassegehalten und weiteren qualitativen Abstrichen.
Branche soll an einem Strang ziehen
Der UNPT appelliert nun an alle Mitglieder der Wertschöpfungskette und den Staat, die Produzenten bei der Bewältigung der Krise zu unterstützen. Laut der Branchenorganisation ist bereits abzusehen, dass einige Betriebe ihre Lieferverträge nicht werden einhalten können. Diese Landwirte dürften nicht gezwungen werden, die Fehlmengen über den Markt aufzufüllen oder aus eigener Tasche zu kompensieren, betont der Fachverband.
Er fordert, dass sich die gesamte Branche an einen Tisch setzt, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Die Regierung sieht der UNPT in der Pflicht, ein Hilfsprogramm für die am stärksten betroffenen Betriebe aufzulegen. Die wirtschaftlichen Einbussen für die französischen Kartoffelbauern sollen sich der Branchenorganisation zufolge auf mindestens 376 Mio. Franken (400 Mio. Euro) summieren.
Schlechtere Aussichten als gedacht
Die Einschätzung des UNPT ist nochmals pessimistischer als die jüngsten offiziellen Zahlen ausgefallen. In seiner Schätzung zum Stichtag 1. August hat der Statistische Dienst des Pariser Landwirtschaftsministeriums (Agreste) die Produktion von Speisekartoffeln inklusive Lagerware, aber ohne Frühkartoffeln, auf rund 6,55 Mio. Tonnen veranschlagt.
Gegenüber dem Vorjahr wäre das ein Minus von 21,5 Prozent, das Mittel der Jahre 2021 bis 2025 würde um 7,2 Prozent verfehlt. Den Durchschnittsertrag haben die Statistiker zuletzt bei 39,5 t/ha verortet.