Um Schädlinge ohne Insektizideinsatz zu bekämpfen, könnte man laut Agroscope gentechnisch veränderte Artgenossen nutzen. Diese tragen ein Gen, das sich bei der Fortpflanzung überdurchschnittlich häufig vererbt.
Es besitzt Eigenschaften, die den Schädling direkt schwächen oder verhindern, dass Krankheitserreger übertragen werden. Die Technologie kann verwendet werden, um den Zusammenbruch einer Insektenpopulation herbeizuführen oder um eine Population in eine bestimmte Richtung zu verändern.
So können zum Beispiel Stechmücken so verändert werden, dass sie dem Malariaerreger nicht mehr als Wirt dienen können. Voraussetzung für das Funktionieren von solchen künstlichen Gene Drives sind die sexuelle Vermehrung der Organismen und eine kurze Generationszeit. Beides ist im Falle der meisten Insekten gegeben.
Bei der biologischen Schädlingsbekämpfung werden natürliche Gegenspieler aus dem Ursprungsgebiet exotischer Schädlinge freigesetzt, damit sie heimisch werden. Bei der Technologie mit sterilen Insekten wird die Schädlingspopulation überschwemmt mit Massen von unfruchtbaren, im Labor gezüchteten Artgenossen. Dies hat zur Folge, dass aus Paarungen keine lebensfähigen Nachkommen mehr entstehen.