Kartoffeln: Die Bürokratie wächst

Wegen fehlender Zulassung eines Farbstoffs darf die rote Markierung denaturierter Kartoffeln nicht mehr verwendet werden. Stattdessen müssen Produzenten, Handel und Industrie nun mit Fotos und Belegen nachweisen, dass die Knollen tatsächlich verfüttert wurden.

Bei einer grossen Kartoffelernte werden die überschüssigen Knollen denaturiert und an die Tiere verfüttert. Dafür gibt es einen Verfütterungsbeitrag von 20 Franken pro 100 Kilo. Damit das Geld fliesst, müssen die Kartoffeln durch einen Mitarbeiter des Qualiservice-Kontrolldienstes überprüft werden. Bis jetzt galt, dass die Kartoffeln dabei mit roter Farbe gekennzeichnet wurden. Nun wurde die Branche von der amtlichen Futtermittelkontrolle aufgefordert, per sofort auf diese Praxis zu verzichten.

Der Grund sei, dass der eingesetzte Lebensmittelfarbstoff keine Zulassung in der Nutztierfütterung habe. Das schreibt Swisspatat, die Branchenorganisation der Kartoffeln, in einem Brief an die Produzenten, den Handel und die Industrie. Es sei nicht davon auszugehen, dass der Farbstoff in den nächsten Wochen eine entsprechende Zulassung erhalten werde, heisst es weiter.

Aus diesem Grund gilt bis zum Ende der Kampagne, also bis Ende Juni 2026, eine neue Regel: Wie bis anhin werden die zu denaturierenden Kartoffeln von einem Qualiservice-Kontrolleur begutachtet, und dieser stellt einen Rapport aus. Um zu beweisen, dass die Kartoffeln auch wirklich im Futtertrog landen, muss dies auf Stufe Produzent mit Fotos und auf Stufe Handel und Industrie mit den entsprechenden Belegen bezeugt werden. Swisspatat kontrolliert das Vorgehen und löst anschliessend die Zahlung der Verfütterungsbeiträge aus.

Kommentare (3)

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  • Trachsel Stefan | 04.12.2025
    Dann färben wir halt in Zukunft alle Speisware rot ein, da besteht ja die Zulassung! Der Zulassungswahnsinn ist auf der ganzen Breite aus dem Ruder gelaufen und gleichzeitig wollen "wir" alle Regeln der EU und am besten der Nato übernehmen!
  • Äedu | 30.11.2025
    Bürokratie ohne Ende……
    • Gesunder Menschenverstand | 05.12.2025
      Bürokratie ohne Ende, in der ganzen Landwirtschaft...zum kot...en!
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