Die Regierung von Kuba will in den kommenden Jahren die heimische Reisproduktion ankurbeln und hat dafür ein Investitions- programm mit einem Volumen von 450 Mio Dollar (365,5 Mio Euro) aufgelegt.
Das meldet die Moskauer Landwirtschaftszeitung Sel’skoje Chozjajstvo unter Berufung auf das kubanische Landwirtschaftsministerium. Mit dem Programm wolle Kuba seine starke Importabhängigkeit bei Reis verringern, heißt es in dem Bericht. Bereits im laufenden Jahr sollen 108 Mio $ (88 Mio Euro) in die Einführung moderner Produktionstechniken investiert werden, beispielsweise in zusätzliche Trocknungskapazitäten.
Derzeit importiert Kuba mehr als 400 000 t Reis pro Jahr und deckt damit einen großen Teil seines Bedarfs. Im vergangenen Jahr hatten die Landwirte auf der Karibikinsel auf 177 500 ha insgesamt 459 700 t Reis produziert. Nachdem Staatspräsident Raul C a s t r o im Jahr 2008 eine Landwirtschaftsreform eingeleitet hat, werden mittlerweile 80 % der kubanischen Reisproduktion von „Agrargenossenschaften neuen Typs“ und privaten Landwirten erzeugt. Die Landwirte dürfen jetzt beispielsweise selbst Reis und andere Agrarprodukte an Hotelunternehmen und Gaststätten verkaufen.
Zu den ersten Reformmaßnahmen von Staatspräsident Castro gehörten die Schließung von rund 100 „ineffizienten“ Staatsgütern sowie die Überführung der 40 000 dort beschäftigten Arbeiter in andere Wirtschaftsbereiche. Von rund 1,8 Mio ha staatseigenem Ödland hat die Regierung in Havanna jetzt 1,3 Mio ha für die landwirtschaftliche Nutzung freigegeben. Der Großteil wird von privaten Landwirten bewirtschaftet, die in Sachen Reisanbau von Fachleuten aus China und Vietnam beraten werden.