
Drohnenpilot Robin Grogg, Agrarpiloten-Geschäftsführer David Aebi und Versuchsleiter Christoph Brönnimann auf dem Feldtage-Areal in Kirchberg.
Daniel Hasler
Die Feldtage 2026 in Kirchberg stehen ganz im Zeichen eines frühen Vegetationsbeginns und einer breiten Palette von Kulturen und Versuchen. Nach einem vergleichsweise milden Winter konnten bereits Anfang März erste Massnahmen umgesetzt werden. Wintergetreide und Raps sind vielerorts früh in die Vegetation gestartet, wodurch auch Düngungs- und Pflanzenschutzmassnahmen zeitig erfolgen konnten.
Breite Kulturpalette
Die Bedingungen waren in den vergangenen Wochen insgesamt günstig, sodass neben den ersten Pflegearbeiten auch die Aussaat von Sommergetreide und verschiedenen Eiweisspflanzen planmässig durchgeführt werden konnte. Ebenso wurden die Zuckerrüben unter guten Boden- und Witterungsverhältnissen bereits gesät.
Auf den Versuchsflächen wird den Besucherinnen und Besuchern eine aussergewöhnlich breite Fruchtfolge präsentiert. Im Bereich Getreide sind Winterweizen, Gerste, Futterweizen, Triticale, Roggen und Dinkel angelegt. Diese werden nicht nur sortenspezifisch verglichen, sondern auch im Hinblick auf unterschiedliche Anbaustrategien untersucht. Ergänzt wird das Getreidespektrum durch Raps als wichtige Ölkultur. Weitere zentrale Kulturen sind Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben, die jeweils in verschiedenen Versuchsanordnungen stehen. Auch Sonnenblumen sowie Eiweisspflanzen sind Teil der Ausstellung.
Schwerpunkt auf Sortenversuchen
Im Gemüsebereich werden unter anderem Zwiebeln und Karotten gezeigt, während im Futterbau Mischungen und Nutzungsstrategien im Fokus stehen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Sortenversuchen. So werden beispielsweise bei Kartoffeln rund 20 verschiedene Sorten in einem systematischen Vergleich oder im Sortengarten angebaut. Ziel ist es, Unterschiede in Ertrag, Krankheitsanfälligkeit und Qualität sichtbar zu machen. Auch bei den Zuckerrüben werden unterschiedliche Sorten geprüft, sowohl im klassischen Segment als auch im Bereich Conviso.
Dadurch erhalten Praktiker einen direkten Vergleich unter identischen Standortbedingungen. Neben den Sorten stehen vor allem Anbauverfahren im Zentrum. Im Getreidebau wird die teilflächenspezifische Düngung demonstriert. Dabei kommen digitale Applikationskarten und sensorgestützte Systeme zum Einsatz, um Nährstoffe bedarfsgerecht und standortspezifisch auszubringen. Ergänzend dazu werden Prognosemodelle für die Stickstoffdüngung vorgestellt, die auf Wetterdaten, Bodeneigenschaften und Pflanzenentwicklung basieren. Ziel ist es, die Effizienz der Düngung zu erhöhen und gleichzeitig Umweltbelastungen zu reduzieren. Im Kartoffelbau liegt neben den Sorten und den Frühkartoffeln der Fokus auf unterschiedlichen Bewässerungstechniken.
Mechanisch, aber präzise
Hier werden verschiedene Systeme hinsichtlich Wasserverteilung, Effizienz und Praxistauglichkeit verglichen. Angesichts zunehmender Trockenperioden gewinnt dieses Thema auch im Schweizer Ackerbau an Bedeutung. Technologisch setzen die Feldtage klare Akzente in Richtung Digitalisierung und Automatisierung. So werden unter anderem kameragesteuerte Hackgeräte präsentiert, die eine mechanische Unkrautbekämpfung mit hoher Präzision ermöglichen. Diese Systeme erkennen Kulturpflanzen und Unkräuter in Echtzeit und steuern die Werkzeuge entsprechend.
Ergänzt wird dies durch erste Anwendungen aus der Robotik sowie durch KI-gestützte Systeme, die zunehmend Einzug in die Praxis halten. Ein besonders auffälliger Schwerpunkt liegt im Bereich der Drohnenapplikation. Die Agrarpiloten unter Chef David Aebi sind mit ihren Drohnen vor Ort. Auf den Versuchsflächen wurde bewusst der Einsatz der klassischen Feldspritze reduziert. Stattdessen erfolgten sämtliche Pflanzenschutzmassnahmen mittels Drohnen der Agrarpiloten. Dieses Verfahren zeigt exemplarisch, wie sich der Pflanzenschutz derzeit verändert.
100 Liter pro Hektare
Die eingesetzten Drohnen arbeiten vollständig GPS-basiert und erreichen eine Präzision im Zentimeterbereich. Vor dem Einsatz wird die Fläche digital erfasst und eine exakte Flugroute definiert. Nach dem Start fliegt die Drohne diese Mission vollautomatisch ab. Dabei werden Geschwindigkeit, Flughöhe und Ausbringmenge kontinuierlich angepasst. Die Drohne hält eine konstante Geschwindigkeit ein, reguliert ihre Höhe selbstständig und passt den Durchfluss des Pflanzenschutzmittels an die aktuelle Fluggeschwindigkeit an. Dadurch wird eine sehr gleichmässige und homogene Verteilung erreicht.
Zum Einsatz kommt unter anderem ein Drohnentyp mit einem Tankvolumen von 20 Litern. Diese vergleichsweise geringe Kapazität führt dazu, dass die Drohne regelmässig zum Nachfüllen zurückkehren muss. Gleichzeitig wird diese Zeit genutzt, um die Akkus zu wechseln. In der Praxis kommen Schnellladesysteme zum Einsatz, sodass mehrere Akkus im Umlauf sind und Stillstandzeiten minimiert werden können. Je nach Aufwand und Aufwandmenge können so mehrere Hektaren effizient gespritzt werden.
Feldtage Kirchberg BE
Die Feldtage in Kirchberg, veranstaltet von Landor, Ufa Samen und weiteren Partnern, dauern vom 10. bis 12. Juni 2026. Weitere Informationen sind auf feldtage.ch zu finden. dha