Attracap darf nur beim Pflanzen der Kartoffeln eingesetzt werden. In der Vorfrucht wäre die Wirkung aber besser.
Wenn die Kartoffeln gepflanzt werden, besteht die einzige Möglichkeit, den Drahtwurm bekämpfen zu können, darin, dies direkt mit Granulaten zu tun.
Wirkungsgrad bei rund 40 Prozent
Ephosin ist heuer letztmals zugelassen. Jedoch steht zum zweiten Mal das biologische Produkt Attracap von Omya zur Verfügung. Es wurde 2020 erstmals eingesetzt. Für 2021 hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) eine befristete Zulassung bis zum 31. Juli erteilt für maximal 1000ha.
Attracap-Kapseln beinhalten Hefen, die CO2 produzieren und den Drahtwurm anlocken und einen für Drahtwürmer tödlichen Pilz. Damit sie wirken, braucht es feuchte und warme Böden. «Und», so Ruedi Fischer, Präsident der Kartoffelproduzenten: «Attracap hat nur eine Teilwirkung.» Der durchschnittliche Wirkungsgrad soll bei rund 40 Prozent liegen.
Alternativen schnellstmöglich zugelassen
Das bestätigt Chantal Ritter von Omya: «Wir können noch keine exakten Aussagen machen. Gemäss Rückmeldungen aus der Praxis und aus der Bioforschung dürfte dies aber hinkommen.» Für Ruedi Fischer ist die Teilwirkung, ebenso wie die auf Kartoffeln limitierte befristete Bewilligung, ein Problem: «Der Drahtwurm ist ein grosser Schädling. Aus der letzten Ernte gingen bisher knapp 21000t Speisekartoffeln in die Frischverfütterung – rund ein Viertel wegen Drahtwurmschäden. Im Biobereich war es sogar die Hälfte aller Posten.»
Er verstehe den Entscheid des BLW, Ephosin zu streichen. «Nun müssen dafür geeignete Alternativen schnellstmöglich zugelassen werden. Es ist dringend nötig, für Attracap eine reguläre Zulassung während der gesamten Fruchtfolge zu erhalten. Denn die Wirkung bei einem Einsatz in der ganzen Fruchtfolge, etwa zur Gründüngung im Herbst vor Kartoffeln, ist besser als direkt in den Kartoffeldämmen. Hier gibt es noch Potenzial, fruchtfolgetechnisch ist die Drahtwurmbekämpfung hingegen nur begrenzt möglich.»

zvg
Problematik dürfte sich verschärfen
Chantal Ritter dämpft die Hoffnungen auf einen baldigen breiten Einsatz von Attracap: «Zuerst streben wir die reguläre Zulassung in Kartoffeln an. Noch müssen aber Nachforderungen beantwortet werden. Danach sollen andere Kulturen folgen, Versuche sind vielversprechend.»
Ruedi Fischer rechnet noch mit einer Verschärfung der Problematik: «Die neuen Produktionssysteme, die trotz Sistierung der AP22+ eingeführt werden, fördern die Begrünung der Böden mit Zwischenkulturen, verkürzen die Zeitfenster für die Bodenbearbeitung im Sommer und fördern Massnahmen zum Humusaufbau mit Kunstwiesen. Das sind alles Massnahmen, die eine Bekämpfung des Drahtwurms in der Fruchtfolge erschweren.»

Hansmax disqualifiziert sich mit seinem dümmlichen Kommentar.
Wie wäre es mit Informationen, wo die Ursachen für das schädliche Aufkommen von Drahtwürmern sind und wie man ihnen den Nährboden entziehen könnte? Es gäbe genügend Bauern, die dazu nützliche Praxiserfahrungen liefern könnten.
Sie nehmen dann die billgen gespritzten aus dem Ausland.
Doppelmoral!