Nun kommt der Hybridweizen

Hybridweizen soll mehr Ertrag und bessere Krankheitsresistenzen bringen. In Deutschland und Frankreich sind schon Sorten auf dem Markt. Sie werden laufend verbessert. Ob sie in der Schweiz Chancen haben, ist offen.

Hybridweizen soll mehr Ertrag und bessere Krankheitsresistenzen bringen. In Deutschland und Frankreich sind schon Sorten auf dem Markt. Sie werden laufend verbessert. Ob sie in der Schweiz Chancen haben, ist offen.

Bei Mais, Rüben und Gerste bringen Hybridsorten heute schon mehr Ertrag. Nun können auch die Weizenproduzenten von der Hybridzucht profitieren. «Es gibt bereits erste attraktive Hybriden», betont Friedrich Longin von der deutschen Landessaatzuchtanstalt, «in wenigen Jahren wird es noch bessere geben.» Dazu hat Longin gemeinsam mit den deutschen Weizenzuchtunternehmen das weltweit grösste Forschungsprojekt für Hybridweizen  gestartet. Im Herbst werden erste Testsorten ausgesät.

Gewichtige Vorteile

Laut Longin sind die Vorteile von Hybridweizen in Zeiten wachsender Bevölkerungszahlen und klimatischer Veränderungen von unschätzbarem Wert: «Hybridweizen bringt nicht nur 10 Prozent höhere, sondern unter Stressbedingungen auch stabilere Erträge.» Zudem sei die Resistenzzüchtung  einfacher möglich. 

Dario Fossati, Weizenzüchter bei Agroscope, bestätigt die hohen Erträge, die der Hybridweizen bringt. Er verweist darauf, dass nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich bereits Hybridsorten auf dem Markt sind: «Diese Sorten stehen auf der europäischen Sortenliste und könnten deshalb auch in der Schweiz angebaut werden.» Hybridsaatgut sei allerdings deutlich teurer als konventionelles. «Damit der Anbau wirtschaftlich ist, muss die Saat sehr exakt und in reduzierter Stärke erfolgen.» Hinzu komme, dass nicht klar sei, wie Hybridsorten bezüglich Krankheitsresistenz unter Schweizer Bedingungen abschneiden würden. «Bei der Backqualität sind sie dem Schweizer Top-Weizen jedenfalls nicht ebenbürtig.»

Höhere Abhängigkeit von Konzernen

Das befürchtet auch Fritz Glauser, selber Getreideproduzent und Präsident des Getreideproduzentenverbandes: «In der Schweiz werden hohe Ansprüche an die Qualität des Brotweizens gestellt. Unsere Züchtung ist darauf ausgerichtet.» Zudem könnten Hybridsorten nicht mehr selber vermehrt werden, warnt Glauser: «Damit steigt die Abhängigkeit von globalen Konzernen, und die Saatgutproduzenten erleiden Einbussen.» 

Markus Bopp, Ackerbauexperte am Strickhof, sieht die Vorteile der Hybridsorten vor allem beim Futterweizen: «Im Bioackerbau sind Hybriden nicht zugelassen, und bei Swiss Premium, Swiss Garantie und IP-Suisse muss das Saatgut aus der Schweiz stammen und auf der Liste der empfohlenen Weizensorten von Swiss Granum stehen.»

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