Ohne Pflug weniger Ertrag

6 bis 9 Prozent weniger Ertrag bringe die konservierende Bodenbearbeitung in Regionen, in denen genügend Regen fällt. Das schreibt die ETH. Die Swiss No-Till wehrt sich dagegen, nur die Ertragsseite zu berücksichtigen.

6 bis 9 Prozent weniger Ertrag bringe die konservierende Bodenbearbeitung in Regionen, in denen genügend Regen fällt. Das schreibt die ETH. Die Swiss No-Till wehrt sich dagegen, nur die Ertragsseite zu berücksichtigen.

In Regionen, in denen genügend Niederschläge fallen, führt die konservierende Bodenbearbeitung zu tieferen Erträgen. Das hat ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der ETH  in einer gross angelegten Übersichtsstudie über mehrere Hundert Feldversuche weltweit belegt. Die Erträge sind demnach gegenüber jenen von gepflügten Böden durchschnittlich um 6 bis 9 Prozent tiefer. 

Ertragssicherheit nimmt ab

Anders sieht es laut einer Mitteilung der ETH in trockenen Regionen aus. Werden dort alle Massnahmen der konservierenden Bodenbearbeitung umgesetzt, kann mit einer Ertragssteigerung von durchschnittlich 7 Prozent gerechnet werden. Zu diesen Massnahmen gehören neben dem Verzicht auf das Pflügen auch das Stehenlassen der Stoppeln der Vorkultur sowie eine gute Fruchtfolge. Zur konservierenden Bodenbearbeitung zählt man etwa die Direkt-, die Streifenfräs- oder die Mulchsaat. Für deren Umsetzung erhalten die Bauern  in der Schweiz Ressourceneffizienzbeiträge. 

«Hierzulande werden mit der pfluglosen Bodenbearbeitung tendenziell tatsächlich tiefere Erträge erwirtschaftet als im konventionellen Ackerbau», nimmt Markus Bopp vom Fachbereich Ackerbau des Strickhofs Stellung zur Studie. «Speziell die Ertragssicherheit nimmt ab, wenn der Boden nicht bearbeitet wird. Wenn dann ein Faktor nicht stimmt, also Verunkrautung oder Bodenverdichtungen auftreten, drohen Ertragseinbussen.» Gegen die Direktsaat spricht für Bopp in feuchten Gebieten vor allem, dass bewachsene, nicht bearbeitete Böden nur schlecht abtrocknen.

Direktsaatvereinigung Swiss No-Till widerspricht

Hanspeter Lauper von der Direktsaatvereinigung Swiss No-Till widerspricht: «Auf etablierten Direktsaatbetrieben waren die Erträge dieses Jahr vergleichbar.» Er warnt zudem davor, nur den Ertrag zu berücksichtigen: «Wenn man Aufwand und Ertrag in ein Verhältnis setzt, schneiden    konservierende Bodenbearbeitungssysteme sehr gut ab.»

Auch für den Direktsaatpionier ist aber klar: «Je trockener das Klima ist, desto einfacher ist die Direktsaat umzusetzen.» In feuchten Regionen und in feuchten Perioden müssten Saat- und Erntezeitpunkt sorgfältig geplant werden.

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