Der verstärkte Anbau von Rizomania-resistenten Zuckerrübensorten kann dazu führen, dass sich vermehrt resistenzüberwindende Isolate des Erregervirus heranbilden und die Pflanze schädigen können.
Dies ist laut Mitteilung des Instituts für Zuckerrübenforschung (IfZ) der Göttinger Universität eine zentrale wissenschaftliche Erkenntnis der kürzlich erschienenen Dissertation von Kathrin Bornemann.
Darin ging die junge Wissenschaftlerin der Frage nach, welche Faktoren das natürlich vorkommende Resistenzgen in der Rübe schwächen können, das normalerweise die Ausbreitung des Beet necrotic yellow vein virus (BNYVV) in der Pfahlwurzel der Rübe verhindert. In den warmen Klimazonen Europas und auch in den USA sind seit kurzem nämlich Isolate des Virus mit bestimmten Mutationen aufgetreten, die den natürlichen Resistenzschutz der Rübe überwinden konnten.
Durch Gewächshausversuche konnte Bornemann zunächst zeigen, dass die resistenzüberwindenden Eigenschaften des Virus unabhängig von der Populationsdichte und dem Isolat des Überträgerpilzes Polymyxa betae sind. Belegt werden konnte gleichzeitig, dass sich BNYVV-Isolate gegenüber gewöhnlichen Isolaten nur in resistenten Zuckerrübengenotypen durchsetzten und somit einen Fitness- beziehungsweise Selektionsvorteil hatten. Da in anfälligen Genotypen ein umgekehrter Zusammenhang beobachtet wurde, konnte erstmals nachgewiesen werden, dass resistenzüberwindende Isolate tatsächlich durch den umfangreichen Anbau resistenter Genotypen selektiert wurden.