Rüben: Herbstsaat brächte mehr Ertrag

Im Herbst gesäte Rüben könnten stärker von der Frühlingssonne profitieren. Forscher wollen ihre Blühgene ausschalten.

Im Herbst gesäte Rüben könnten stärker von der Frühlingssonne profitieren. Forscher wollen ihre Blühgene ausschalten.

Könnte man Zuckerrüben schon im Herbst statt erst im Frühling säen, wären Ertragssteigerungen von 20 bis 30 Prozent möglich. Diese Zahlen nannten Forscher der Universität Kiel (D) an einer Tagung im Februar. Bei unlimitierter Wasserversorgung wurden Ertragspotenziale von bis zu 30t Zucker/ha berechnet.

Würden die Rüben – wie der Raps – im Herbst gesät, könnten sie bei Vegetationsbeginn schneller durchstarten. Schliesslich würden sie bereits über Blätter zur Fotosynthese verfügen. Bei der herkömmlichen Saat im Frühjahr ist der Anteil der Strahlungsaufnahme bei der Zuckerrübe über einen langen Zeitraum vergleichsweise gering, da sich erst langsam ein ausreichender Blattapparat entwickelt. Bis zum Zeitpunkt des Reihenschlusses, welcher in der Regel Ende Mai bis Mitte Juni erreicht ist, geht daher ein Teil der potenziell ertragswirksamen Strahlung verloren.

Kühlere Temperaturen im Winter führen jedoch bei konventionellen Zuckerrüben dazu, dass im Herbst ausgesäte Zuckerrüben regelmässig zunächst schossen und danach Blüten ausbilden. Das ist von den unerwünschten Schosserrüben bekannt. Die Forscher aus Kiel haben die dafür verantwortlichen «Blühgene» der Zuckerrübe identifiziert.

Deshalb sei es theoretisch und praktisch möglich, nicht schossende «Winterrüben»-Genotypen zu erzeugen, folgern sie. Eine Prüfung möglicher Ertragsvorteile von Winterrüben in breit angelegten Feldversuchen scheide jedoch wegen der starken Reglementierung von GVO-Versuchen auf absehbare Zeit aus.  

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