
Eine Untersuchung der Schweizer Zucker AG zeigt, wo beim Zuckerrübenanbau die meisten Treibhausgasemissionen anfallen.
Martin Senn
Um die Klimaziele der Agenda 2030 zu erreichen, ist die gesamte Land- und Ernährungswirtschaft gefordert. Die Schweizer Zucker AG nimmt diese Verantwortung wahr und hat in Zusammenarbeit mit 237 Betrieben aus der Schweiz sowie 29 aus Deutschland eine detaillierte Klimabilanz des Zuckerrübenanbaus erstellt. Dabei kam das «World Climate Farm Tool» (WCFT) zum Einsatz, das von bio.inspecta betrieben wird.
Dünger und Treibstoff als grösste Hebel
Wie die Schweizer Zucker AG mitteilt, zeigt die Untersuchung deutlich, wo die grössten Potenziale für den Klimaschutz im Rübenanbau liegen. Den grössten Anteil am Treibhausgas-Fussabdruck mache die Düngung aus. Dies umfasst sowohl die Emissionen bei der Herstellung von Mineraldünger als auch die Lachgasemissionen, die direkt auf dem Feld entstehen.
An zweiter Stelle folgen die Emissionen aus dem Treibstoffverbrauch für Traktoren und Erntemaschinen. «Die Ergebnisse sind sehr aufschlussreich. Diese Erkenntnisse helfen uns, den Rübenanbau in der Schweiz noch nachhaltiger zu gestalten», so die Schweizer Zucker AG.
Zuckerfabriken setzen bereits Massstäbe
Während im Anbau nun neue Massnahmen initiiert werden, habe die Schweizer Zucker AG in ihren Werken bereits grosse Meilensteine erreicht. «So wurde beispielsweise bereits Anfang der Nullerjahre komplett von Heizöl auf Erdgasfeuerung umgestellt», heisst es in der Mitteilung. Zudem sind das Holzheizkraftwerk in Aarberg und die Bioenergieanlage in Frauenfeld in Betrieb.
Für die Zukunft stehen Effizienz und Innovation im Fokus. Erste Versuche mit dem klimafreundlichen HVO100-Diesel bei Rübenrodern verliefen gemäss Schweizer Zucker im vergangenen Jahr erfolgreich. Neben technischen Lösungen bleibe jedoch ein weiterer Faktor entscheidend für eine gute Bilanz: «Zentral für einen tiefen Fussabdruck der Zuckerrübe sind jedoch auch gute Hektarerträge und hohe Zuckergehalte», so die Schweizer Zucker AG.
Durch die Kombination aus moderner Technik, Beratung und optimierten Anbaumethoden will das Unternehmen sicherstellen, dass die durch die «Science Based Targets initiative» (SBTi) validierten Klimaziele bis 2030 erreicht werden.