Rückblick 2012 (Teil 6): Durchschnittliche Kartoffel- und Zuckerrübenernte, gutes Gemüsejahr

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) zieht Bilanz über das Jahr 2012. Im sechsten Teil wird die Kartoffel-, Zuckerrüben- und Gemüseproduktion genauer analysiert.

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Der Schweizerische Bauernverband (SBV) zieht Bilanz über das Jahr 2012. Im sechsten Teil wird die Kartoffel-, Zuckerrüben- und Gemüseproduktion genauer analysiert.

Kartoffelmarkt im Lot

Nachdem die Grossernte 2011 ausserordentliche Massnahmen zur Stabilisierung des Marktes erforderte, wurden 2012 wieder durchschnittliche Erträge geerntet. Bereits die Frühkartoffeln konnten fortlaufend verkauft werden, die Marktsituation war von Kampagnenbeginn an gesund. Die gesamte Anbaufläche ging um rund 200 auf 11'012 ha zurück. Die Abnahme fand wie gewünscht bei den mehligkochenden Speisekartoffeln statt.

Auch die Anzahl der Produzenten ging weiter zurück. Die Probegrabungen von Ende August ergaben Bruttoerträge von 411 kg pro Are mit einem durchschnittlichen Speiseanteil von 80%. Die Qualitäten waren gut, bei einigen Sorten war Schorf festzustellen. Die Stärkegehalte waren sehr hoch.

Tadelose Lagerware

Die Knollen waren eher klein, Übergrössen gab es praktisch keine. Die Preise stiegen gegenüber dem Vorjahr leicht. Im Gegensatz zum konventionellen Anbau lagen die Erträge bei den Bio- Kartoffeln mit 183 kg Speiseanteil pro Are deutlich unter dem Mittel der Vorjahre. Grund dafür war der lang anhaltende hohe Krautfäuledruck.

Ende November lagen rund 73'000 t Speisekartoffeln an Lager. Das sind ca. 6'800 t weniger als vor einem Jahr, die Branche beurteilt diese Lagermenge immer noch als in der Tendenz leicht zu hoch. Für die Veredlungsindustrie lagen Ende November rund 104'000 t an Lager, das sind ca. 1'000 t weniger als vor einem Jahr. Diese Menge ist voraussichtlich marktkonform. Die Qualität der eingelagerten Kartoffeln wird als tadellos bezeichnet.

Durchschnittliches Zuckerrübenjahr

Für die Zuckerfabriken war 2012 ein Jubiläumsjahr: Das Werk Aarberg feierte sein 100-jähriges Bestehen – mit einer durchschnittlichen Ernte. Wie bereits im Vorjahr konnte die Zuckerrübensaat in der ganzen Schweiz bereits Ende März abgeschlossen werden. Damit hörten aber die Parallelen zu 2011 auf.

Der nasse und kühle April verursachte ein zögerliches Wachstum. Dennoch präsentierten sich die Bestände ab Juni sehr gut. Durch die weiterhin nassen Bedingungen erhöhte sich aber im Sommer der Krankheitsdruck; auf zahlreichen Feldern musste die Blattkrankheit Cercospora festgestellt werden. Die Ernte 2012 wird auf 1,7 Mio Tonnen Rüben geschätzt, der Zuckergehalt liegt bei rund 17%. Das wären 150'000 t weniger Zuckerrüben als 2011 und auch der Zuckergehalt liegt heuer um knapp ein Prozent tiefer als 2011.

Weil die Zuckerlager aus der sehr hohen Ernte 2011 abgebaut sind und weil die Marktaussichten gut sind, soll für das Jahr 2013 die vertragliche Zuckerrübenproduktion in der Schweiz um rund 1'000 ha erhöht werden.

Steigende Gemüseproduktion

Nach einem schwierigen Jahr 2011 mit hohen Erträgen und verschiedenen Problemen am Markt verlief 2012 etwas ruhiger und die Preise stabilisierten sich, allerdings auf tiefem Niveau. Der gesättigte Markt, der tiefe Euro und der anhaltende Einkaufstourismus hielten den Druck hoch.

Der nasse April bewirkte einen eher späten Erntebeginn bei einzelnen Freilandkulturen. Die ausgeglichenen Niederschläge und milden Temperaturen im Sommer und der schöne Herbst sorgten für eine gute Ernte und qualitativ gutes Frisch-, Lager- sowie Gewächshausgemüse. Die Erntemengen bewegten sich im durchschnittlichen Bereich.

Die gesamte Anbaufläche ist in den letzten Jahren leicht gestiegen und betrug rund 10'000 ha. Wiederum zugenommen hat der Anbau von Gewächshauskulturen. 2'000 Gemüsebaubetriebe produzierten 280'000 t Frischgemüse, 75'000 t Lagergemüse sowie 50'000 t Verarbeitungsgemüse. Damit liess sich beim Frischgemüse rund 60 % des Verbrauches mit inländischem Gemüse abdecken.

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