Der Vizepräsident der russischen Getreideunion (RZS), Alexander Korbut, hat die nach seiner Ansicht hohen finanziellen Belastungen der Branche durch die Exportabgaben für Getreide scharf kritisiert, die Moskau am 2. Juni dieses Jahres eingeführt hat.
Wie Korbut gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax erklärte, summierten sich die dadurch verursachten zusätzlichen Ausgaben der Exporteure im ersten Monat nach dem Inkrafttreten dieser Ausfuhrbeschränkungen auf insgesamt 82 Mio Franken (76,0 Mio Euro).
Dieses Geld hätte alternativ in Dünger, Pflanzenschutzmittel und Saatgut investiert werden können, so der RZS-Vizepräsident.
Nicht richtig berechnet
Ausserdem wurde der Zoll nach Ansicht von Korbut nicht korrekt berechnet und fiel deshalb zu hoch aus. Dadurch sei die Planungssicherheit der Branche beeinträchtigt worden.
Die variablen Zölle auf Weizen, Mais und Gerste werden wöchentlich berechnet. Beim Weizen wird die Differenz zwischen dem Exportpreis und einem festen Basispreis von 183,1 Franken/t (168,9 Euro) mit einer „floating tax“ von 70 % belastet.
Für Gerste und Mais liegt der Basispreis bei 169,5 Franken/t (156,3 Euro). In der Woche bis einschliesslich 20. Juli 2021 wird demnach für Weizen ein Ausfuhrzoll von 36 Franken/t (33,2 Euro) erhoben. Bei Gerste sind es 33,9 Franken/t (31,3 Euro) und bei Mais 46,4 Franken/t (42,7 Euro).
