Soja: Rekordernte in Brasilien erwartet

Brasilien steuert auf eine neue Bestmarke bei Sojabohnen zu. Die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen warnt jedoch vor den Folgen der notwendigen Flächenausweitung und zweifelt an der Wirksamkeit europäischer Vorgaben.

In Brasilien deutet sich eine Rekordernte bei Sojabohnen an. Wie die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) am Donnerstag (22.1.) mitteilte, rechnet das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) im laufenden Wirtschaftsjahr 2025/26 mit einer Erntemenge von rund 178 Mio. Tonnen; das wären 6,5 Mio. Tonnen mehr als im Jahr davor.

Laut UFOP hat Brasilien mit einer Ausweitung der Sojafläche um rund 3,5 % auf 49,1 Mio. Hektaren seine Spitzenposition vor den USA weiter ausgebaut. In den Vereinigten Staaten wurden 2025 rund 116,0 Mio. Tonnen Sojabohnen geerntet und damit etwa 3,1 Mio. Tonnen weniger als 2024.

Ernte in Argentinien kleiner

Kleiner wird die Sojabohnenernte der UFOP zufolge wahrscheinlich auch in Argentinien ausfallen, dem drittwichtigsten Erzeugerland. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) erwartet ein Aufkommen von 48,5 Mio. Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr wären das 2,6 Mio. Tonnen weniger.

Mehr Sojabohnen wird laut der AMI voraussichtlich China ernten. Die entsprechende Schätzung des USDA liegt bei 20,9 Mio. Tonnen, was ein Zuwachs um 300’000 Tonnen bedeuten würde.

Es wird weiter gerodet

Die erneute Ausdehnung der Sojaanbaufläche in Brasilien sorgt bei der UFOP für Besorgnis. Offensichtlich sei die Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR), obwohl noch kein geltendes Recht, bereits wirkungslos.

«Was nutzt der Nachweis der datierten Anbauflächenherkunft, wenn gleichzeitig in anderen Regionen weitere zusätzliche Flächen für den Sojaanbau gerodet werden?», fragt man sich bei der Förderunion. So deutlich müsse die Kündigung des Sojamoratoriums durch den brasilianischen Verband der Pflanzenölindustrie (ABIOVE) ausgelegt werden.

Die UFOP verwies auf einen jetzt von der EU-Kommission vorgelegten Bericht zum Status der weltweiten Produktionsentwicklung relevanter Nahrungs- und Futtermittelpflanzen. Darin komme die Brüsseler Behörde zu dem Schluss, dass Sojaöl – wie bereits Palmöl – als sogenannter «iLUC»-Rohstoff einzustufen sei. Biokraftstoffe aus Sojaöl dürften demzufolge, wie Palmölkraftstoffe, spätestens ab 2030 nicht mehr auf die Quotenverpflichtungen in der EU angerechnet werden.

Belgien und Dänemark haben Sojaöl nach Angaben der UFOP bereits ausgeschlossen. Dies müsse allerdings kritisch eingeordnet werden, denn Sojabohnen würden nicht zur Gewinnung von Sojaöl als Rohstoff für Biokraftstoffe angebaut, sondern zur Erzeugung von Tierfutter. Daher sei die Biokraftstoffgesetzgebung dafür der falsche Rechtsbereich.

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