
Die Larve des Rüsselkäfer sLixus juncii frisst breite Gänge in die Zuckerrüben. Anschliessend können sich Bakterien ausbreiten.
zvg
Die Trockenheit in Kombination mit der Hitze hat den Rüben massiv zugesetzt. «Nach heutigem Stand ist leider davon auszugehen, dass mehrere hundert Hektaren Rübenfelder nicht mehr zu Zucker verarbeitet werden können», schreiben der Schweizerische Verband der Zuckerrübenpflanzer (SVZ), die Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenbau (SFZ) und die Schweizer Zucker AG (SZU).
15 Prozent als Limite
Neben der Trockenheit macht auch der Rübenrüssler den Rüben zu schaffen. Vor allem in der Romandie hat das Insekt zu deutlichen Schäden geführt. Dies geht aus den Proberodungen hervor. Bestehende Lieferverträge würden zwar eingehalten. Unter den aktuellen Bedingungen könnten einzelne Parzellen aufgrund von zu grossen Schäden aber nicht mehr geerntet werden, so die Organisationen weiter.
Ob die Rüben geerntet werden können, hängt vom Nassfäule-Anteil ab. Ein Anteil von über 15 Prozent gilt als obere Grenze, ab der eine Verarbeitung zu Zucker nicht möglich ist. Um diesen Wert zu ermitteln, werden 100 Rüben pro Feld halbiert und auf Fäule im Kopfbereich untersucht. Werden die Rüben trotzdem an die Zuckerfabriken geliefert, werden sie von Schweizer Zucker zurückgewiesen. Die Unkosten werden den Pflanzern in Rechnung gestellt.
Schäden zwingend melden
Bevor aber ein frühzeitiger Abbruch vorgenommen wird, müssen Pflanzerinnen und Pflanzer diesen zwingend bei Schweizer Zucker melden. «Trockene Frassgänge des Rübenrüsslers sind noch kein Grund, den Anbau vorzeitig abzubrechen. Auch der Zustand des Blattwerks ist kein zuverlässiger Indikator für den qualitativen Zustand einer Parzelle», heisst es in der Mitteilung.

Die Larve im Stängel eines Rübenblattes. Schäden verursacht der Rübenrüssler am Rübenkopf.
Bettina Kiener
Kann eine Parzelle nicht geerntet werden, müssen die Zuckerrüben vollständig zerstört werden. So soll der Durchwuchs in der Folgekultur verhindert werden. «Insbesondere bei Smart-Rüben», heisst es weiter.