
Alain Huber von der Firma Erdig Living Soils gewinnt den diesjährigen Umweltpreis der Albert Koechlin Stiftung
zvg
Die diesjährigen Umweltpreise der Albert Koechlin Stiftung (AKS) werden an zwei Initiativen verliehen, die ökologische Kreisläufe stärken und lokale Produktionsformen neu denken. Neben dem Luzerner Projekt Stadtblüte, das urbane Biodiversität fördert, wird auch Erdig Living Soils AG aus Meggen LU ausgezeichnet.
Beide Auszeichnungen sind mit je 40'000 Franken dotiert. Wie die Stiftung mitteilt, werden die Umweltpreise am 12. Juni 2026 im Rahmen einer Feier im Kulturhof Hinter Musegg vergeben.
Regeneration beginnt im Boden
Unter dem Leitsatz «Veränderung beginnt im Boden» verfolgt Erdig einen «konsequent regenerativen» Ansatz in der Landwirtschaft. Gründer Alain Huber setzt dabei auf die gezielte Förderung lebendiger Böden. Diese seien der Schlüssel für langfristig stabile und nachhaltige Agrarsysteme, heisst es in der Mitteilung. Im Zentrum stehen zwei Entwicklungen.
Einerseits produziert Erdig mikrobiell hochwertige Kompostextrakte, die das Bodenleben aktiv fördern. Andererseits entwickelt das Unternehmen spezialisierte Maschinen, die mehrere Arbeitsschritte effizient kombinieren. «Diese schaffen bis zu drei Arbeitsschritte in einer Überfahrt: Saatbeet vorbereiten, aussäen und Kompostextrakt ausbringen», heisst es in der Mitteilung.
Weniger Eingriffe, mehr Wirkung
Diese technische Innovation reduziere die Anzahl der notwendigen Fahrten über die Felder erheblich. Dadurch werde der Boden weniger verdichtet, der Energieverbrauch sinke und die Bewirtschaftung werde insgesamt schonender. Erdig stellt die Maschinen im Rahmen von Lohnarbeit zur Verfügung.
Die Kombination aus biologischen und technischen Lösungen zeige Wirkung, schreibt die Stiftung. «Die Böden regenerieren sich, die Erträge werden stabiler und die Betriebe können mit weniger externen Inputs wirtschaftlich arbeiten», heisst es weiter. Zudem steigt die Fähigkeit der Böden, CO2 zu binden und sie werden widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Extrembedingungen.
Biodiversität im urbanen Raum
Mit Stadtblüte wird zudem ein Projekt ausgezeichnet, das Biodiversität direkt in den urbanen Raum bringt. Barbara Lantschner produziert in Luzern pestizidfreie und CO2-neutrale Schnittblumen und verwandelt brachliegende Flächen in blühende Lebensräume. Mit der Vision «Blumen von hier – unter der Luzerner Sonne gewachsen» gründete sie vor vier Jahren das Unternehmen Stadtblüte.