Ungerechte Bodenverteilung mit globaler Einkommensschere vergleichbar

60 Prozent des für die Nahrung, Energie und Konsum von EU-Bürgern benötigten Bodens liegt ausserhalb der EU. Die Heinrich-Böll- Stiftung, das Nachhaltigkeitsinstitut in Potsdam und das Deutsche Bundesamt für Umwelt und Naturschutz veröffentlichten den Bodenatlas, der die ungerechte Bodenverteilung thematisiert.

60 Prozent des für die Nahrung, Energie und Konsum von EU-Bürgern benötigten Bodens liegt ausserhalb der EU. Die Heinrich-Böll- Stiftung, das Nachhaltigkeitsinstitut in Potsdam und das Deutsche Bundesamt für Umwelt und Naturschutz veröffentlichten den Bodenatlas, der die ungerechte Bodenverteilung thematisiert.

Wenn Länder mehr Land für ihren Konsum benötigen als sie besitzen, wird vom Flächenimport gesprochen. Grösster Flächenimporteur ist die EU, wie aus dem Bodenatlas hervorgeht. Als Folge der globalisierten Nachfrage steigen die Bodenpreise. Die hohen Bodenpreise könnten sich oft nur noch Agrarfonds und industrielle Grossbauern leisten, Kleinbauern würden verdrängt, sagt Klaus Töpfer, Leiter des Nachhaltigkeitsinstituts in Potsdam. Die ungleiche Verteilung der Böden sei längst zu einer Gerechtigkeitsfrage geworden, denn die Böden seien fast so ungleich verteilt wie das Einkommen.

Wichtiger Treiber für die steigende Nachfrage seien vor allem die Konsumenten der globalen Mittelklasse. Diese folgen dem Konsumstil der Industrieländer und verlangen immer mehr Fleisch- und Milchprodukte. Dieser Ernährungsstil braucht vor allem mehr Futtermittel, so Barbara Unmüssig, Chefin der Böll-Stiftung.

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