
Wichtig ist der Saatzeitpunkt der Untersaaten: In den Feldversuchen werden unter anderem Herbstansaaten und Frühlingsansaaten miteinander verglichen.
zvg
Extreme Wetterereignisse, Arbeitsspitzen im Sommer und zunehmender Druck durch Beikräuter stellen den Bioackerbau vor grosse Herausforderungen.
Vielfalt
Untersaaten können hier einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie den Boden ganzjährig schützen, biologische Aktivität fördern und Nährstoffe effizienter binden und wieder verfügbar machen. Gelingen die Untersaaten im Getreide, kann wertvolle Zeit für die Bodenbearbeitung und die Ansaat von Zwischenkulturen eingespart werden. Zudem eröffnen sie – je nach Mischungswahl – die Möglichkeit der Produktion von Raufutter.
Der Fibl-Themenposten an den Bio-Ackerbautagen 2026 zeigt die Vielfalt dieser Ansätze anhand verschiedener Mischungen: niedrig wachsende Arten einer Trockenrasenmischung mit Blühkomponenten, die sich unter der Hauptkultur anordnen, ebenso wie eine Klee-Gras-Mischung mit stärkerem Aufwuchs, die nach der Ernte eine futterbauliche Nutzung ermöglicht.
Vergleich des Saatzeitpunkts
Durch den Anbau von Getreide in weiten Reihen fällt mehr Licht auf den Boden, wodurch die Untersaat bessere Wachstumsbedingungen hat und so eine sicherere Entwicklung der Untersaat gewährleistet ist. Die Unterschiede in Wuchsverhalten, Wurzelentwicklung und Konkurrenzkraft werden direkt sichtbar.
Ein zentrales Element sind die Saatzeitpunkte. Herbstansaaten etablieren sich früh, sichern eine stabile Bodenbedeckung über Winter und starten im Frühling mit einem deutlichen Entwicklungsvorsprung. Frühjahrsansaaten bieten mehr Flexibilität, reagieren aber empfindlicher auf Witterung und Konkurrenzdruck. Am Posten lassen sich die Auswirkungen der beiden Strategien gut miteinander vergleichen. Die Versuche wurden im Winterweizen angelegt, dienen jedoch als praxisnahe Beispiele für den grundsätzlichen Einsatz von Untersaaten im Bioackerbau. Sie zeigen, wie stark Mischung, Zeitpunkt und Bestandesführung das Ergebnis prägen und welche Rolle Standortfaktoren spielen.
Der Posten lädt dazu ein, Erfahrungen auszutauschen und herauszufinden, welche Untersaatentypen und Vorgehensweisen die eigenen Ackerflächen langfristig resilienter machen.
Schaudepot St. Katharinental
Das schweizweit einmalige Schaudepot St. Katharinental im ehemaligen Kornhaus des Klosters zeigt über 12’000 Objekte zur ländlichen Kulturgeschichte der Nordostschweiz. Im Fokus stehen Landwirtschaft, Handwerk und Haushalt an der Schwelle zur Mechanisierung.
Einzigartig sind nicht nur die Vielfalt und die Fülle der gezeigten Originalgegenstände, sondern auch deren atmosphärische und publikumsnahe Präsentation auf 2’700 Quadratmetern – und dies ganz ohne Vitrinenglas. Führungen mit packend erzählten Geschichten und spannenden Anekdoten geben Einblick, wie unsere Vorfahren die alten Gerätschaften aus Landwirtschaft, Weinbau, Transport und Handwerk sowie der häuslichen Arbeit eingesetzt haben. Ein Highlight ist das grösste Weinfass der Schweiz.
Im Rahmen der Bio-Ackerbautage bietet das Schaudepot am Freitag von 17 bis 18 Uhr und am Samstag von 13 bis 16.30 Uhr freie Besichtigungen an. Am Freitag von 18 bis 19 Uhr wird zudem ein Filmabend zur Biopionierin Mina Hofstetter durchgeführt. Das Schaudepot St. Katharinental unternimmt eine Reise in die Vergangenheit.
Mina Hofstetter (1883–1967) hat ihre Ernährung in den frühen 1920er-Jahren auf Rohkost umgestellt und danach den Hof Stuhlen am Greifensee auf eine viehlose Bewirtschaftung ausgerichtet. Damit war sie eine Wegbereiterin des biologischen Landbaus. Sie gehörte, wie beispielsweise auch Marianne Sulzer in Aadorf zu den Bäuerinnen, die in der Zwischenkriegszeit mit der Hilfe von Angestellten einen Betrieb führten. Eingeleitet wird der Abend mit einem Filmbeitrag des Archivs für Agrargeschichte. Anschliessend werden originale Ackerbaugeräte gezeigt, die direkt in die Zeit der beiden Protagonistinnen führen und diese lebendig erscheinen lassen. cni
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