Warum Kompost gegen Dürre hilft

Seit Wochen hat es in vielen Regionen der Schweiz viel zu wenig geregnet. Um die Bodenstruktur zu verbessern und die Wasserspeicherfähigkeit zu erhöhen, soll Kompost eingesetzt werden, sagt Biomasse Schweiz.

Der Regen wird vielerorts sehnlichst erwartet. Die ausgeprägte Trockenheit macht Landwirtinnen und Landwirten zu schaffen. Klimamodelle sagen heissere Sommer voraus. In Verbindung mit einem Rückgang der sommerlichen Niederschläge «wird dies die Wahrscheinlichkeit von Sommerdürren erhöhen», teilte Meteoschweiz am Dienstag mit.

Ton-Humus-Verbindungen

Die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern, wird künftig noch wichtiger. «Eine einfache und zugleich wirkungsvolle Massnahme, die Wasserspeicherung zu fördern, ist der Einsatz von organischen Düngern wie Kompost oder festem Gärgut», schreibt Biomasse Schweiz.

Denn Kompost und Gärgut werden von Bodenmikroben zerkleinert und mit dem Boden vermischt. Daraus entstehen stabile Ton-Humus-Verbindungen. «Diese verbessern die Bodenstruktur, der Boden wird lockerer, krümeliger und besser durchlüftet», schreibt Biomasse Schweiz weiter. Kompost oder Gärgut erhöhen zudem die Humusbildung. Humus wiederum fördert das Bodenleben mit Regenwürmern, Pilzen und Mikroorganismen. Das Resultat: Die Bodenfruchtbarkeit wird verbessert.

Wie ein Schwamm

In trockenen Sommermonaten haben diese beiden Effekte einen bedeutenden Vorteil. Die Ton-Humus-Verbindungen nehmen Wasser auf wie ein Schwamm und geben es nach und nach an die Pflanzenwurzeln ab. Das Risiko von Trockenstress sinkt. Gemäss Biomasse Schweiz heizt sich der Boden zudem weniger rasch auf und kühlt in der Nacht schneller ab.

Das bestätigt Gisela Favre. Sie betreibt mehrere Kompostieranlagen sowie einen Ackerbaubetrieb: «Dieses Jahr sehen wir besonders deutlich, dass unsere Äcker, die regelmässig mit Kompost versorgt werden, trockenheitsresistenter sind als andere Böden.»

Schutz vor Überschwemmungen

Kompost hat gemäss Biomasse Schweiz einen weiteren Vorteil. Bei Starkregen nehmen humusreiche Böden mehr Wasser auf als verdichtete oder humusarme Flächen. Die Gefahr von Oberflächenabfluss, Bodenerosion und Überschwemmungen sinkt. «Damit trägt Kompost nicht nur zur Pflanzengesundheit, sondern auch zur Vorbeugung von Erosion und zum Hochwasserschutz bei», schreibt die Organisation.

Jacques Fuchs, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), bestätigt die positive Wirkung von Kompost: «Unsere Forschungsarbeiten belegen eindeutig die positiven Auswirkungen von Kompost auf die Bodenfruchtbarkeit und die Pflanzengesundheit. Dies gilt jedoch nur bei einwandfreier Qualität des Komposts und wenn die Anwendung an die jeweilige Situation angepasst ist.»

Wie entsteht Kompost?

Kompost entsteht, wenn organisches Material wie Garten-, Speise- und Rüstabfälle aus Haushalten oder Laub fachgerecht unter Luftzutritt (aerob) verrottetet. -> Mehr Infos gibt es hier

Wie entsteht Gärgut?

Gärgut entsteht, wenn organisches Material aus Garten, Haushalt und lebensmittelverarbeitender Industrie in Biogasanlagen unter Luftausschluss (anaerob) vergoren wird. Dabei entstehen erneuerbares Biogas und Gärgut, das zu Kompost weiterverarbeitet wird. -> Mehr Infos gibt es hier

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