
Blick auf das Versuchsfeld mit den zwölf Züchtungen.
Fibl
Der Anbau von Zuckermais gewinnt im Biolandbau an Bedeutung. In einem praxisnahen Vergleich wurden zwölf Sorten der Kultur bewertet. Die Ertragsdaten zeigen deutliche Sortenunterschiede. Besonders hohe Kolbenzahlen pro Pflanze werden bei Zuckerfee, Country Gentleman sowie bei Gelb-Weiss-Mais erreicht. Diese Sorten kombinieren eine hohe Stückzahl mit einem stabilen Einzelertrag.
Demgegenüber zeigen farbige Sorten wie Sweet Painted Hill oder Sweet Red geringere Erträge, jedoch eine hohe visuelle Qualität, was sie für Direktvermarktung und Nischenmärkte interessant macht. Die qualitative Bewertung der Kolben bestätigt diese Differenzierung. Während Country Gentleman und Stowell’s Evergreen durch eine hohe Gleichmässigkeit in der ersten Qualitätsklasse überzeugten, wiesen einige Sorten einen höheren Anteil an Kolben der zweiten und dritten Klasse auf.
Biolandbau fördere Maisbau nicht
Auch die Stabilität des Erscheinungsbildes spielte eine zentrale Rolle. Offen abblühende Sorten wie Country Gentleman oder Golden Bantam erzielten hohe Bewertungen bei Bestandes- und Stängelhomogenität. Moderne Linien zeigten zwar ein hohes Ertragspotenzial, reagierten jedoch sensibler auf Standortunterschiede.
Die Ergebnisse zeigen: Im Biolandbau gibt es nicht die eine ideale Zuckermaissorte. Vielmehr entscheidet die Kombination aus Standort, Vermarktungsziel und gewünschter Ertragsstruktur über den Erfolg. Vielfalt bleibt dabei ein zentraler Schlüssel für stabile und resiliente Anbausysteme.
*Ludek Mica arbeitet bei Fibl.