Zwergwuchs kann Backqualität senken

Bestimmte Gene, die Zwergwuchs beim Weizen verursachen, können die Backqualität negativ beeinflussen. Vor allem extreme Zwergwuchs-Gene verändern die Gluten-Zusammensetzung und führen zu weichen Teigen und kleinerem Brotvolumen.

Für Zwergwuchs beim Weizen verantwortliche Genvarianten können die Backqualität reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Technischen Universität München (TUM). Demnach wird die Zusammensetzung von Weizengluten auch von genetischen Unterschieden beeinflusst. Konkret geht es um die in modernen Weizensorten vorkommenden Zwergwuchs-Gene, die sogenannten Rht-Gene (Reduced height). Deren Einfluss auf die Glutenqualität war bislang unklar.

Einfluss der Gluten-Zusammensetzung

Laut der Untersuchung beeinflussen die Varianten Rht1 und Rht2 sowie ihre Kombination die Gluten-Zusammensetzung kaum. Beide Gene sind für eine moderate Verkürzung der Halmlänge verantwortlich. Anders verhält es sich bei Genen, die extremen Zwergwuchs verursachen – insbesondere Rht3 und die Kombination von Rht2 und Rht3. Diese beeinflussen die Backqualität deutlich.

Weizengluten besteht aus zwei Speicherproteingruppen: Gliadine und Glutenine. Gliadine machen Teige dehnbar und viskos, wirken also wie ein Weichmacher. Glutenine verleihen Teigen Elastizität und Festigkeit. Ein ausgewogenes Verhältnis der beiden Proteingruppen ist entscheidend für eine gute Backqualität.

Die Studie zeigt, dass bei Rht3 sowie Kombinationen aus Rht2 und Rht3 der relative Anteil an Gliadinen steigt. Folge: Die Teige werden zu weich, das Brotvolumen sinkt und das Backergebnis verschlechtert sich.

Umweltbedingungen spielen noch grössere Rolle

Die Forscher betonen, dass die Umweltbedingungen die Gluten-Zusammensetzung „noch deutlicher“ als die Gene beeinflussen. So führten warme und feuchte Bedingungen während der Kornfüllungsphase im Jahr 2021 zu einem besonders ungünstigen Gliadin-Glutenin-Verhältnis.

Grundsätzlich sorgen die Rht-Gene dafür, dass Weizenpflanzen kürzer und weniger anfällig für Windbruch sind. Zudem können die Pflanzen mehr Energie in die Körnerproduktion investieren, was die Erträge seit den 1960er Jahren deutlich gesteigert hat.

Laut Co-Autor Andreas Börner sind mehr als 70 % aller weltweit angebauten Weizensorten Träger mindestens eines Rht-Gens.

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