Biogasanlagen: Kein Infektionsrisiko

Der Fermentationsprozess in Biogasanlagen wirkt sich hemmend auf die Vermehrung human- und tierpathogener Keime aus.

Der Fermentationsprozess in Biogasanlagen wirkt sich hemmend auf die Vermehrung human- und tierpathogener Keime aus.

Das ist das zentrale Ergebnis eines vom deutschen Agrarministerium geförderten Forschungsprojekts, bei dem Wissenschaftler des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) und der Universität Hohenheim das Spektrum von Schaderregern in Einsatzstoffen und Gärrückständen sowie den Einfluss des Biogasprozesses auf die Aktivität der Erreger analysiert haben.

Wie die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) als Projektträger berichtet, wurde in den letzten Jahren mitunter vermutet, dass sich Botulismus-Sporen oder enterohämorrhagische Escherichia-coli-(EHEC)-Bakterien in Biogasanlagen vermehren könnten. Inzwischen hätten aber verschiedene anerkannte Forschungseinrichtungen in wissenschaftlichen Analysen nachgewiesen, dass das Gegenteil der Fall sei und der Biogasprozess die Risiken vielmehr vermindere.

Nach Angaben der Fachagentur wollten die Forscher in dem aktuellen Vorhaben jedoch auch wissen, ob bei anderen signifikanten Schaderregern Gefährdungspotentiale und Infektionsrisiken bestehen und wie damit umgegangen werden könnte. Ihr zufolge stellten die Wissenschaftler fest, dass sich die untersuchten human- und tierpathogenen Erreger unter keiner der verfahrenstechnischen Voraussetzungen in Biogasanlagen vermehrten.

Vielmehr habe sich gezeigt, dass der Biogasprozess Schaderreger reduziere oder inaktiviere. Bei Einhalten der gesetzlichen Vorgaben würden somit hygienisch unbedenkliche Gärrückstände erzeugt und keine gefährlichen Erreger durch das Düngen mit Gärrückständen aus thermophilen Biogasanlagen verbreitet.

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