Dürre-App soll vor Hungerkatastrophen warnen

Mit Hilfe einer Handy-App sollen künftig möglichst viele Daten gesammelt werden, um in Zukunft rechtzeitig vor Dürre- und Hungerkatastrophen warnen zu können. Die App, die von Forschern der Technischen Universität (TU) Wien entwickelt wird, funktioniert mit Satellitendaten.

sda/apa |

Mit Hilfe einer Handy-App sollen künftig möglichst viele Daten gesammelt werden, um in Zukunft rechtzeitig vor Dürre- und Hungerkatastrophen warnen zu können. Die App, die von Forschern der Technischen Universität (TU) Wien entwickelt wird, funktioniert mit Satellitendaten.

Mit Satelliten, die mit Mikrowellen die Erdoberfläche abtasten, lässt sich berechnen, wie feucht die Böden in unterschiedlichen Regionen sind, teilte die TU am Donnerstag mit. Dürrekatastrophen hängen aber nicht nur von der Bodenfeuchtigkeit, sondern von vielen weiteren Faktoren ab.  

Über Fakten direkt an Ort und Stelle Bescheid wissen

Für Prognosen müsse man deshalb auch über Fakten direkt an Ort und Stelle Bescheid wissen, etwa wie es in einer bestimmten Region mit künstlicher Bewässerung aussieht, ob es Zugang zu natürlichen Wasserquellen gibt oder sich bereits Krankheiten verbreiten, die typischerweise mit Hungersnöten einhergehen. 

Die TU-Forscher entwickeln die App deshalb in Kooperation mit Hilfsorganisationen für deren Mitarbeiter, die in dürregefährdeten Gebieten unterwegs sind. «So bekommen Helfer vor Ort Zugang zu relevanten Satellitendaten - in unserem Fall zu einem Dürre-Index», erklärte Markus Enenkel von der Forschungsgruppe für Fernerkundung. 

Situation vor Ort 

Der Hilfswerk-Mitarbeiter gibt die Daten über die Situation vor Ort in die App ein. Sie werden dann an die Wissenschaftler weitergeleitet und mit den Satellitendaten verknüpft. Daraus ergebe sich ein umfassendes Bild der Lage, das wiederum den Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt werde, sagte Enenkel. 

«Eine Prognose, die ein bis zwei Monate in die Zukunft blickt, ist realistisch», sagte Enenkel. Das würde Hilfsorganisationen mehr Zeit geben, um Gegenmassnahmen zu starten. Derzeit schliessen die Wissenschaftler die ersten Tests mit der App ab und wollen dann - entsprechende Förderung vorausgesetzt - einen «pre-operational Service» entwickeln.

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