Die Praxistauglichkeit der biochemischen Herstellung von „Bioerdöl“ aus nasser Biomasse soll eine Pilotanlage im Foulum (DK) demonstrieren, mit der Wissenschaftler um Prof. Bo Brummerstedt des Biochemischen Instituts der Universität Aaarhus erfolgversprechende Laborversuche auf grossindustrielle Verfahren übertragen sollen.
Wie die Universität vergangene Woche mitteilte, ist die sogenannte hydrothermale Liquifizierung (HTL), mit der nasse Biomasse unter hohem Druck und Hitze in eine Form von künstlichem Erdöl umgewandelt wird, bereits seit vielen Jahren bekannt. Praktische Umsetzungsprobleme und hohe Kosten hätten einer kommerziellen Anwendung bisher jedoch im Weg gestanden.
In dem neuen HTL-Prozess, der nach Angaben der Universität deutlich wirtschaftlicher als bisherige Ansätze sein soll, werden Rest- und Abfallstoffe wie beispielsweise Biogassubstrat, Hühnermist oder Stroh eingesetzt. Damit stehe das Verfahren im Gegensatz zu anderen Methoden zur Gewinnung von Bioenergie nicht in Konkurrenz zur Futter- und Nahrungsmittelproduktion, betonte die Universität.
Ein Novum der neuen Bioraffinerie ist laut Brummerstedt die besondere Energieeffizienz, die vor allem aus der Rückführung der im Prozess anfallenden Abwärme resultieren soll. Angestrebt werde, so der Chemiker, bis zu 85 Prozent der Abwärme im Kreislauf zu halten und damit den Energieaufwand so weit zu drücken, dass eine wirtschaftliche Nutzung möglich werde. Dem Wissenschaftler zufolge wird die Pilotanlage bis Ende 2014 in Betrieb gehen und in den folgenden zwei bis drei Jahren getestet.
Diesel aus dem Druckkessel