Grasland und Feuchtgebiete immer häufiger Agrarflächen

Der weltweite Flächenbedarf der Landwirtschaft steigt, und dem fallen nicht nur Wälder zum Opfer. Fast viermal schneller als bewaldete Gebiete werden Grasland und Feuchtgebiete in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt. Oft werden diese Flächen für die Produktion von Exportware genutzt. Das zeigt eine aktuelle Studie. Die Forscher fordern, den Nutzungsdruck zu verringern.

AgE |

Nicht nur Regenwälder, sondern auch Grasland und Feuchtgebiete werden weltweit zunehmend in Acker- und Weideland umgewandelt, oft für die Viehzucht und den Export landwirtschaftlicher Produkte. Allerdings sind die nicht von Bäumen geprägten Ökosysteme einem deutlich höheren Umwandlungsdruck ausgesetzt als Wälder.

Brasilien an der Spitze

Das zeigt eine aktuelle Studie, die unter der Leitung von Forschern des Senckenberg Biodiversität und Klimaforschungszentrums gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Schweden, den USA und den Niederlanden durchgeführt wurde. Haupttreiber der Umnutzung von Grasland und Feuchtgebieten ist demnach die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten sowohl auf dem Inlands- als auch auf dem internationalen Markt.

Laut der Senckenberg-Gesellschaft wurden im betrachteten Zeitraum 2005 bis 2020 Grasland und Feuchtgebiete fast viermal schneller in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt als bewaldete Gebiete. An der Spitze lag Brasilien mit 13 % der umgewidmeten Fläche, gefolgt von Russland, Indien, China und den USA mit Anteilen von jeweils etwa 6 %.

Wachsende Volkswirtschaft

Rund 54 % der in Ackerland umwandelten, nicht-waldbasierten Ökosysteme entfielen weltweit auf die Nahrungsmittelproduktion. Der Produktion von Tierfutter waren 34 % zuzuordnen; hier lagen Brasilien, Argentinien und die USA mit Anteilen von mehr als 50 % weit vorn.

Die Forscher konnten nach eigenen Angaben eine starke Verbindung zwischen landwirtschaftlicher Produktion und dem Konsum in wohlhabenden und schnell wachsenden Volkswirtschaften nachweisen. Die Studienergebnisse zeigen, dass rund 20 % der umgewandelten Flächen für die Exportproduktion bestimmt waren.

Der Anteil von Futterpflanzen wie Soja und Mais lag bei bis zu 32 %. In Brasilien und Argentinien entfielen sogar rund 70% der gesamten umgewandelten Ackerfläche und rund 80 % des für den Anbau von Tierfutter genutzten Landes auf die Exportproduktion.

Schutz gefordert

Die Wissenschaftler verweisen darauf, dass nicht-forstwirtschaftliche Ökosysteme besonders geschützt werden müssten. Da sich die politischen Massnahmen bisher hauptsächlich auf den Schutz der Wälder konzentrierten, wachse der Druck auf andere ökologisch wichtige, oft übersehene Lebensräume wie Grasland und offene Feuchtgebiete.

Um zu verhindern, dass dieser Nutzungsdruck einfach auf andere Ökosysteme verlagert werde, müssten politische Massnahmen besser koordiniert werden. Ausserdem müssten Produzenten und Verbraucher in international vernetzten Lieferketten eine grössere Verantwortung übernehmen.

×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Wie findet Ihr englische Namen für Kühe?

31.2 % Gut, gebe auch englische Namen
23.2 % Na ja
20.3 % Ist mir egal
25.4 % Schlecht, kann man nicht aussprechen

Teilnehmer insgesamt 138

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?