
Die Forscher empfehlen, die Anpassung von Kulturpflanzen an den Klimawandel künftig nicht nur auf hohe Erträge auszurichten.
István Asztalos/Pixabay
Steigende Kohlenstoffdioxid-Konzentrationen in der Atmosphäre können die Proteinzusammensetzung von Weizen deutlich verändern. Dies wirkt sich je nach Sorte nicht nur auf die Backqualität aus, sondern möglicherweise auch auf die Verträglichkeit von Weizenprodukten. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die unter Federführung des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München durchgeführt wurde.
Die Forscher empfehlen, die Anpassung von Kulturpflanzen an den Klimawandel künftig nicht nur auf hohe Erträge auszurichten. Vielmehr sollten zukünftige Züchtungsprogramme verstärkt Qualitätsmerkmale berücksichtigen, darunter Backeigenschaften und die Zusammensetzung potenziell gesundheitlich relevanter Proteine.
Ziel sollte es sein, Weizensorten zu entwickeln, die auch unter steigenden CO₂-Konzentrationen hochwertige Backeigenschaften behalten und gleichzeitig möglichst geringe Mengen potenziell unverträglicher Proteine enthalten.
Versuch mit zehn Winterweizensorten
Für ihre Untersuchung bauten die Wissenschaftler zehn Winterweizensorten unter realitätsnahen Bedingungen an. Ein Teil der Pflanzen wurde einer erhöhten CO₂-Konzentration von 546 Parts per million (ppm) ausgesetzt, während die Kontrollgruppe unter heutigen Bedingungen wuchs.
Laut Umweltbundesamt lag dieser Wert 2025 bei rund 425 ppm. Nach der Ernte analysierten die Wissenschaftler die Proteinzusammensetzung der Körner mithilfe einer hochauflösenden massenspektrometrischen Methode. Die Ergebnisse zeigen deutliche Veränderungen der Proteine, deren Stärke jedoch wesentlich von der jeweiligen Weizensorte abhing.
Mögliche Folgen für GesundheitLaut
Studie war die festgestellte Verringerung der Glutenproteine zudem mit einer schlechteren Backqualität verbunden. Dies könnte Auswirkungen auf die Herstellung von Brot und anderen Backwaren haben. Darüber hinaus sehen die Forscher mögliche Zusammenhänge mit weizenbedingten Erkrankungen.
So könnten Veränderungen bei Amylase-/Trypsin-Inhibitoren und bestimmten zöliakieaktiven Peptiden langfristig gesundheitlich relevant sein. Ob und in welchem Ausmass dies tatsächlich der Fall sei, müsse durch weitere Studien geklärt werden.