
Sonden messen, wie feucht der Boden ist. Im Rahmen der Bewässerungsnetz-Plattform liefern sie wichtige Daten für einen effizienten und ressourcenschonenden Wassereinsatz.
Andrea Marti
Angesichts des Klimawandels wird Wasser zu einer immer wichtigeren Ressource. Wie die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (Hafl) mitteilt, kann die Schweizer Landwirtschaft dabei auch künftig auf verlässliche Bodenfeuchte-Daten für ein nachhaltiges Wassermanagement zählen.
Das an der Hafl entwickelte Bewässerungsnetz «bewaesserungsnetz.ch» wird in die neu gegründete AgriAqua AG überführt. Damit entsteht das jüngste Spin-off der Hafl, also eine Abspaltung eines Teilbereichs einer bestehenden Struktur in eine eigenständige Einheit.
Bewässerungsbedarf nimmt zu
Steigende Temperaturen und längere Trockenperioden erhöhen den Bewässerungsbedarf insbesondere im Gemüse- und Ackerbau. Um Landwirtinnen und Landwirte bei einem effizienten und ressourcenschonenden Wassereinsatz zu unterstützen, hat die Hafl gemeinsam mit Partnern ein schweizweites Bodenfeuchtigkeitsmessnetz aufgebaut. Heute umfasst dieses rund 250 Sondenstandorte.
Seit 2016 liefert «bewaesserungsnetz.ch» standortspezifische Bodenfeuchte-Daten und unterstützt Betriebe bei der Bewässerungsplanung. Durch die Überführung in die AgriAqua AG werden der Betrieb und die Weiterentwicklung des Angebots langfristig gesichert. Die Geschäftsführung übernimmt Silke Fieseler-Hein, die über langjährige Erfahrung und ein breites Netzwerk in der Schweizer Landwirtschaft verfügt.
Verlässlichkeit bleibt gewährleistet
Für die landwirtschaftlichen Betriebe ändere sich durch die neue Organisationsform nichts. Die Daten aus den eigenen Bodenfeuchtesensoren bleiben kostenlos, zeitlich unbegrenzt und im bisherigen Umfang verfügbar.

Der Kanton Waadt verfügt über das dichteste Sondennetz. Die roten Punkte zeigen am 16. Juni Standorte an, die als «zu trocken» eingestuft wurden.
Screenshot «bewaesserungsnetz.ch»
«Für die Betriebe ist entscheidend, dass sie sich weiterhin auf die Daten ihrer Sonden verlassen können. Diese Verlässlichkeit sichern wir mit der neuen Struktur», sagt Andreas Keiser, Dozent für Ackerbau und Pflanzenzüchtung an der Hafl, Initiator des Bewässerungsnetzes und neuer Verwaltungsratspräsident der AgriAqua AG.
Zusätzliche Auswertungen geplant
Künftig sollen die vorhandenen Daten noch stärker genutzt werden. Geplant seien unter anderem regionale Übersichten zur Wassersituation sowie kulturspezifische Analysen. Die Auswertungen richte sich an die Landwirtschaft, die Beratung und die kantonalen Behörden und sollen fundierte Entscheidungen im Wassermanagement unterstützen.

V.l.: Silke Fieseler-Hein, Mathias Hunziker (Gemüseproduzenten Vereinigung des Kantons Zürich und angrenzender Gebiete), Markus Lüscher (Berner Bauern Verband), Rainer Messmer (Kanton Thurgau, Arenenberg), Stéphane Teuscher (Prométerre), André Chassot (Grangeneuve), Christian Gugger (Vertreter der Sondenbesitzer), Andreas Keiser (Hafl, Präsident Verwaltungsrat), Markus Aebi (Schweizer Agrarmedien).
Reto Baula
«Das Bewässerungsnetz liefert wertvolle Einblicke in die Wassersituation der Betriebe und hilft, Wasser gezielt und verantwortungsvoll einzusetzen», sagt Stéphane Teuscher, Leiter des Bereichs Dienstleistungen und Beratung beim Waadtländer Landwirtschaftsverband Prométerre. Dieser verfüge über das dichteste Sondennetz der Schweiz.