Raps: Koordinierter Anbau reduziert Schädlingsdruck

Wenn Landwirte den Flächenanteil von Raps innerhalb einer Region über mehrere Jahre hinweg koordinieren, sinkt die Zahl der Schädlinge deutlich. Das ist das Ergebnis einer Studie, die ein Forschungsteam des Lehrstuhls für Tierökologie und Tropenbiologie der Universität Würzburg erstellt hat.

AgE |

Wenn Landwirte den Flächenanteil von Raps innerhalb einer Region über mehrere Jahre hinweg koordinieren, sinkt die Zahl der Schädlinge deutlich. Das ist das Ergebnis einer Studie, die ein Forschungsteam des Lehrstuhls für Tierökologie und Tropenbiologie der Universität Würzburg erstellt hat.

Dabei untersuchten die Wissenschaftler, wie sich die jährliche Anbauflächenänderung von Raps auf den Rapsglanzkäferbefall und die biologische Schädlingskontrolle durch eine Schlupfwespe auswirkten. Die Studie, die als Teil des EU-Projektes SCALES und des Sonderforschungsbereichs „Insect Timing“ durchgeführt worden ist, zeigte der Universität zufolge, dass in Landschaften, in denen sehr viel mehr Raps als im Vorjahr angebaut wurde, weniger Schädlinge auftraten.

Die Forscher schliessen daraus, dass der Schädlingsdruck durch kluges Management deutlich reduziert werden kann. Dazu müssten sich Regionen jährlich mit ihrer Anbaufläche von Raps abwechseln. Dort, wo in einem Jahr viel Raps stehe und sich die Schädlinge etabliert hätten, dürfe im nächsten Jahr nur wenig dieser Ölfrucht angebaut werden, denn die Feinde der Schädlinge könnten diese dann auf den wenigen Feldern mit Raps gut kontrollieren.

In anderen Regionen, in denen es im Vorjahr wenig Raps gegeben habe, könne dagegen im Folgejahr mehr angebaut werden, da sich die Schädlinge über alle Rapsfelder hinweg so stark verdünnten, dass sie nur noch wenig Schaden anrichten könnten. „Ein räumlich-zeitliches Management der Anbauflächen in einer Region ist ein Konzept in der Landwirtschaft, das mit dieser Studie einen neuen Impuls bekommen könnte“, resümierte Prof. Ingolf Steffan-Dewenter, der Leiter des Lehrstuhls Tierökologie und Tropenbiologie.

Sollten sich die Ergebnisse auch für weitere Anbaukulturen bestätigen, könnten in Zukunft mehrere Landwirte in einer Region ihren Anbau koordinieren, so dass der Schädlingsdruck auf die Feldfrüchte verringert werden könne. Diese Massnahme könnte den Einsatz von Insektiziden deutlich vermindern.

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