
Die Forscher attestieren den Smart-Farming-Technologien einen wichtigen Beitrag zu einer ressourcenschonenden und nachhaltigeren Landwirtschaft.
Drone EFT/Unsplash
Der Einsatz von Smart-Farming-Technologien wie Robotern, Drohnen und Künstlicher Intelligenz (KI) rechnet sich bereits heute auf rund 42 % der weltweiten Ackerfläche, vor allem in Nordamerika, Westeuropa, Australien und Japan.
Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie, die unter Federführung der Universität Bonn durchgeführt wurde. Nach Einschätzung der Wissenschaftler könnte dieser Anteil in den kommenden 20 Jahren auf 50 % steigen, bei strengeren Umweltauflagen sogar auf bis zu 75 %. Sollten Umweltvorgaben hingegen gelockert werden, sei ein Absinken auf lediglich 31 % möglich.
Herausforderungen für kleinbäuerliche Betriebe
Die Forscher attestieren den Smart-Farming-Technologien einen wichtigen Beitrag zu einer ressourcenschonenden und nachhaltigeren Landwirtschaft. Allerdings sei die Wirtschaftlichkeit regional sehr unterschiedlich. Besonders hoch falle der Nutzen in Regionen mit grossen Betrieben, hohen Lohnkosten, guter Bildung und strengen Umweltauflagen aus. Dort liessen sich durch den gezielten Einsatz von Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Wasser erhebliche Kosten einsparen. Zudem ersetze Automatisierung teure Arbeitskräfte.
Deutlich schwieriger stellt sich die Situation laut Studie in vielen Ländern südlich der Sahara dar. Dort seien zahlreiche Technologien bislang nur eingeschränkt einsetzbar, da sie überwiegend für grosse und kapitalintensive Betriebe entwickelt worden seien. Die Forscher plädieren deshalb dafür, künftig verstärkt Lösungen für kleinbäuerliche Strukturen zu entwickeln.
Umweltauflagen fördern Präzisionslandwirtschaft
Der wichtigste Einflussfaktor für die Einführung der neuen Technologien sind den Wissenschaftlern zufolge Umweltauflagen. Wo diese streng seien, lohne sich der Einsatz von Präzisionslandwirtschaft besonders häufig. Gleichzeitig zeigten die Ergebnisse, dass Smart Farming oftmals gerade dort wirtschaftlich attraktiv sei, wo Umweltprobleme besonders gravierend seien. So könnten beispielsweise intelligente Bewässerungssysteme vor allem in Regionen mit zunehmender Wasserknappheit einen hohen Nutzen entfalten.
Für ihre Studie hat das Forschungsteam Daten von weltweit mehr als 4’000 Standorten gesammelt, an denen bereits Smart-Farming-Anwendungen genutzt werden. Dafür wurden unter anderem über 8’000 Experten befragt sowie wissenschaftliche Veröffentlichungen ausgewertet. An der Studie waren neben der Universität Bonn auch die ETH Zürich und die University of California in Berkeley beteiligt.