
Eine Rispe der Sorte Climundo, die auch im Versuch steht.
Fibl
Das Jordanvirus oder Tomato Brown Rugose Fruit Virus (ToBRFV) richtet in der Schweiz weiterhin Schäden an. Es befällt vorwiegend Tomaten und führt beispielsweise zu gelblichen Flecken an den Früchten, Wölbungen und Verfärbungen auf Blättern oder gar zum Absterben der Pflanze.
Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr führt ein Befall häufig zu einem grossflächigen Verlust oder zum Ausfall des gesamten Bestands und verursacht dadurch erhebliche wirtschaftliche Schäden. Seit 2023 haben Saatgutunternehmen mehrere resistente Tomatensorten auf den Markt gebracht.
Wie sich diese neuen Sorten in der Praxis bewähren, ist weitgehend unbekannt. Um Tomatenproduzenten fundierte Informationen zur Sortenwahl zu bieten, werden im Projekt «Agronomische Prüfung von ToBRFV-resistenten Tomatensorten» während vier Jahren verschiedene resistente Sorten auf Praxisbetrieben getestet. Dies sowohl in Hors-sol-Betrieben als auch im bodengebundenen Anbau. Im ersten Projektjahr wurden 31 Tomatensorten auf sieben Praxisbetrieben getestet, 16 davon unter Biobedingungen.
Neben Wachstumsverhalten, Ertrag und Krankheitsanfälligkeit wurden auch Zucker- und Säuregehalt, Schalenfestigkeit und Lagerfähigkeit untersucht. Bei den getesteten Bio-Cherrytomaten schnitten im ersten Projektjahr die Sorten Hyrule und Tabantha geschmacklich am besten ab, während bei den Rispentomaten die Sorte Marisara überzeugte. Über die Projektergebnisse wird laufend informiert, die Sorteninformationen sollen in einer Datenbank zur freien Verfügung stehen.