
Pollengewinnung bei Heidelbeeren.
zgv
Das Klima wird wärmer, vielfältiger, vielleicht wird auch extremer. Davon sind die Organisatoren des ersten Tags der Pflanzenzüchtung überzeugt. Daneben erhöhten auch die sich verändernden Anbaubedingungen sowie Krankheiten und Schädlinge den Druck auf Pflanzen und Kulturpflanzen.
Austausch zwischen den Pflanzenzüchtern
Eine der wichtigsten Antworten auf diese Herausforderungen sei die Pflanzenzüchtung, heisst es in der Mitteilung zur Veranstaltung vom Dienstag, 24. November 2026. «Sie kann Pflanzen hervorbringen, die besser mit Trockenheit, Hitze, Krankheiten oder neuen Anbaubedingungen zurechtkommen», schreiben Swiss-Seed, der Verband der Schweizer Saatgutwirtschaft und der Pflanzenzüchter, sowie der SPBC, dem neuen Kompetenz- und Innovationszentrum für Pflanzenzüchtung in der Schweiz. Die beiden Organisationen werden den Tag der Pflanzenzüchtung am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (Fibl) in Frick AG durchführen.
Was lange Zeit in der Schweiz vor allem an der ETH und in staatlichen Institutionen zuhause gewesen sei, beginne heute breiter zu spriessen. Auch private Unternehmen steigen laut den Organisatoren des Tags der Pflanzenzüchtung zunehmend in die Pflanzenzüchtung ein und bringen neue Züchtungsansätze und Perspektiven ein. «Das Hauptziel des Tages der Pflanzenzüchtung ist der Austausch zwischen den Pflanzenzüchtern. So klein die Schweiz ist und so übersichtlich die Züchtungslandschaft aussieht, so weiss doch häufig der eine nicht vom anderen», erklären die Veranstalter in der Mitteilung zur bevorstehenden Veranstaltung.
Ein Guckloch in die Welt der Pflanzenzüchtung
Der Tag der Pflanzenzüchtung mit zehn Themen und Kurzvorträgen soll helfen, dies zu ändern. Die Veranstaltung soll sich künftig jährlich oder alle zwei Jahre wiederholen. Ganz bewusst gehe es dabei nicht um klassische akademische Vorträge. Sie Veranstalter erklären das Konzept der Veranstaltung wie folgt: «Ein Kurzformat von 15 Minuten mit vier bis fünf Slides zwingt die Referentinnen und Referenten geradezu, sich auf den Inhalt und das Wesentliche zu konzentrieren. Dazu gibt es zu jedem Vortrag auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren.»
Der Tag soll laut Swiss-Seed und dem SPBC aber nicht nur dem internen Netzwerken dienen. Er soll auch ein Guckloch oder ein Vergrösserungsglas in die Schweizer Pflanzenzüchtung sein, für die Presse, für Studierende und für alle, die sich für die Zukunft unserer Kulturpflanzen interessierten.
Swiss-Seed
Swiss-Seed ist ein nicht gewinnorientierter Verein und ist per 1. Januar 2007 aus der Zusammenführung der Tätigkeiten von SISP (Schweizerische Interessengemeinschaft für den Schutz von Pflanzenzüchtungen) und des VSSJ (Verband Schweizerischer Saatgut- und Jungpflanzenfirmen) entstanden. Swiss-Seed zählt nach eigenen Angaben 27 Mitglieder und vertritt die Interessen der Pflanzenzüchter und des Saatguthandels in der Schweiz.
Das SPBC
Das Swiss Plant Breeding Center (SPBC) ist das neu gegründete, unabhängige Kompetenz- und Innovationszentrum für Pflanzenzüchtung in der Schweiz. Es hat laut seiner Website zum Ziel, die Schweizer Pflanzenzüchtung zu stärken und die Züchtungseffizienz zu erhöhen. «Die Hauptaufgaben bestehen in der Vernetzung der Akteure aus Züchtung und Forschung und dem Transfer von neuen Forschungsergebnissen in die praktischen Züchtungsprogramme», so heisst es auf der Website.
Das SPBC handelt gemäss der Schweizer Pflanzenzüchtungsstrategie 2050 und wird vom Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft gefördert.