
Der Kofferraum und die umgeklappte Rückbank waren mit Maiskolben gefüllt.
Polizei Essen
Am vergangenen Sonntagabend gegen 21.30 Uhr beobachtete ein Zeuge drei Personen, die sich auf einem Maisfeld nahe dem deutschen Essen an den Pflanzen bedienten. Nachdem das Trio seinen grauen Ford Focus mit bis zu 300 Kilogramm Futtermais beladen hatte, fuhr es über einen Feldweg davon.
Wie die Essener Polizei schreibt, habe sich der Zeuge jedoch das Kennzeichen des Fahrzeugs gemerkt. Am vom Zeugen genannten Fundort lieferten zahlreiche Maisblätter einen durchaus deutlichen Hinweis darauf, dass die gesuchte «Ernte» noch nicht weit entfernt sein konnte.
Die Spur führte die Beamten zum geparkten Ford Focus. Im Fahrzeug sassen zwei Frauen. Als sie die Polizisten bemerkten, stiegen sie aus und versuchten, zu Fuss zu flüchten. Trotz des mutmasslich wertvollen Diebesgutes an Bord liessen sie das Fahrzeug unverschlossen zurück.
Komplett gefüllter Kofferraum
Nach wenigen Metern konnten die beiden Frauen eingeholt und kontrolliert werden. Zunächst machten die Tatverdächtigen mündlich falsche Angaben zu ihrer Identität. Die Beamten bemerkten jedoch eine Tasche, die eine der Frauen zu verstecken versuchte. Darin fanden sie drei Ausweisdokumente.
Die beiden Frauen konnten daraufhin als 42- und 50-jährige Essenerinnen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit identifiziert werden. Bei dem noch flüchtigen dritten Tatverdächtigen handelt es sich mutmasslich um einen 55-jährigen Essener mit ukrainischer Staatsangehörigkeit.
Das Tatauto wurde anschliessend in Augenschein genommen. Der komplette Kofferraum sowie der Bereich auf der umgeklappten Rückbank waren mit Futtermaiskolben gefüllt, heisst es im Polizeibericht.
Der Mais war noch nicht reif
Der betroffene Landwirt erschien schliesslich mit einem Traktor samt Waage vor Ort. Die Maiskolben wurden in die Schaufel des Traktors umgeladen und gewogen. Dabei ergab sich ein Gesamtgewicht zwischen 200 und 300 Kilogramm.
Für das Trio hätte sich die aufwendige Ernte allerdings ohnehin nicht gelohnt. Der Mais war noch nicht vollständig gereift und kann deshalb nun auch nicht mehr als Futter verwendet werden.
Gegen die drei Futterdiebe wird nun wegen Diebstahls ermittelt. Die beiden Damen müssen sich zudem wegen der Angabe falscher Personalien verantworten. Warum das Trio den unreifen Futtermais ernten wollte und ob es überhaupt wusste, dass es sich um Futtermais handelt, ist Gegenstand der Ermittlungen.