Trotz mildem Winter: Die Mäuse haben dieses Jahr in den Wiesen verhältnismässig wenig Schaden angerichtet. Trotzdem sollte man die Grünflächen kontrollieren – und falls nötig bald Sanierungsmassnahmen treffen.
Der Winter brachte dieses Jahr zumindest im Mittelland keine geschlossene Schneedecke. Der Boden war praktisch nie gefroren. Das wären eigentlich ideale Bedingungen für die Mäuse.
Feinde konnten wirken
Erfreulicherweise halten sich ihre Schäden aber im Rahmen. «Im Kanton Bern sind mir keine grossflächigen Mäuseschäden bekannt», meint Ernst Flückiger vom Inforama Rütti in Zollikofen BE. «Lokal konnten sich allerdings starke Populationen ausbreiten. In solchen Wiesen muss man bald mit der Wiesenegge und allenfalls einer Übersaat Gegensteuer geben. Sonst nehmen die schlechten Gräser überhand, und der Grasertrag leidet.»
Laut Hermann Brenner vom Berufsbildungszentrum Arenenberg TG haben sich die Mäuse auch im Kanton Thurgau relativ ruhig gehalten – oder sie wurden durch ihre natürlichen Feinde dezimiert: «Da kein Schnee lag, konnten Raubvögel, aber auch Füchse und Wiesel den ganzen Winter über auf Mäusejagd gehen. Das kommt den Bauern nun zugute.
Kuhtritte
Bei einer grossflächigen Überweidung der gesamten Futterfläche zeitig im Frühling werden die Mäusehaufen zerstört. Die Frühlingsweide fördert zudem die Bestockung der Gräser, führt zu einer dichten Grasnarbe, hemmt gewisse Unkräuter und verringert den Futterberg im Mai. In den ersten Tagen sollte man die Kühe nur kurz weiden. sum
Bald reagieren
Diese Einschätzung teilt Herbert Schmid vom Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung in Hohenrain LU: «Es lag diesen Winter keine geschlossene Schneedecke, unter der die Mäuse wüten konnten. Deshalb sind die Schäden nicht gravierend.» Mäusehaufen sehe man dennoch, und zwar in den Natur- und den Kunstwiesen. «Man muss die Augen offen halten und, falls Mäusehaufen überhandnehmen, mit der Wiesenpflege beginnen.»
Parzellen, auf denen das Gras im letzten Herbst zu hoch eingewintert wurde, zeigen laut Schmid erwartungsgemäss stärkeren Mäusebefall: «Hier sind gezielte Sanierungsmassnahmen notwendig. Das Gras hat starken Wuchs. Wo Übersaaten zu machen sind, müssen sie sofort erfolgen, auch wenn nochmals Schnee fällt. So können die Jungpflanzen von der Winterfeuchtigkeit profitieren und leiden weniger unter Lichtmangel durch die Altpflanzen.» Der Bodenkontakt des Saatguts und die Feuchtigkeit nach dem Säen spielen bei der Übersaat die wichtigere Rolle als die Saattechnik.
Sitzstangen
Greifvögel wie Mäusebussarde oder Turmfalken sind gute Jäger. Sie helfen, die Mäuse in den Wiesen in Schach zu halten. Dazu brauchen sie aber erhöhte Sitzgelegenheiten. Um ihnen die Arbeit zu erleichtern, sollte man deshalb Sitzstangen aufstellen. Unter www.vogelwarte.ch findet man eine Bauanleitung für Sitzstangen (Suchwort «Sitzstange» eingeben). sum
40 Mäuse pro Hektare
Bei Mäusen ist die Schadschwelle erreicht, wenn 10 Prozent einer Fläche mit Bauten belegt sind. Dabei muss man beachten, dass die (unterirdischen) Bauten grösser sind als die Haufen. Rechnet man das um, so liegt die Schadschwelle bei 40 Mäusen pro Hektare. Geringe Schäden entstehen bei weniger als 30 Mäusen pro Hektare.
Schermaus
Schermäuse leben paarweise mit ihren Jungen. Sie verteidigen ihren Bau gegenüber Eindringlingen. Ein Bau hat etwa 40m lange Gänge. Beim Graben eines solchen Baus wird eine Schubkarre voll Erde an der Oberfläche aufgetürmt. Alle fünf bis sieben Jahre kommt es bei Schermäusen zu Massenvermehrungen und damit auch zu Wanderungen. sum
Feldmaus
Feldmäuse leben ober- und unterirdisch, oft in Gangsystemen von Maulwürfen. Selber werfen sie nur kleine Erdhaufen aus, die die Futterernte kaum behindern. Sie schaden aber, indem sie bei Ackerkulturen und Leguminosen grosse Frassschäden anrichten. Feldmäuse können in Massen auftreten, die Jungen sind in zwei Wochen ausgewachsen. sum
Maulwurf
Der Maulwurf ist kein Nager, lebt aber wie Mäuse unterirdisch. In einem Tag kann er seinen Gang um 10m verlängern. Der Maulwurf frisst keine Pflanzen, sondern Würmer, Engerlinge und andere Larven. Er vermehrt sich nicht massenweise, wirft aber sehr grosse Erdhaufen aus. Diese sind kegelförmig, grobschollig und oft in Linien angeordnet. sum