Eignen sich alternative Futterpflanzen als Zwischenfrucht?

Alternative Futterpflanzen, die mit Trockenheit zurechtkommen, stossen auf wachsendes Interesse. Wie gross ist ihr Potenzial als Zwischenfrucht? Eine Studie von Agroscope zeigt die Vorteile und Grenzen einiger ausgewählter Pflanzen. Eine Pflanze überzeugte.

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Angesichts immer häufiger auftretender Trockenperioden wächst das Interesse an Futterpflanzen aus tropischen, asiatischen oder mediterranen Regionen. «Diese können ihr Wachstum auch in Zeiten starker Wasserknappheit aufrechterhalten», heisst in einer Mitteilung von Agroscope.

20 Arten untersucht

Die Forschungsanstalt führte deshalb 2020 in Changins (VD) einen Versuch mit rund zwanzig Arten auf Kleinparzellen durch und untersuchte deren Eignung als Sommerzwischenfrucht. Zu den getesteten Arten gehörten sowohl C4-Pflanzen (Grünschnittmais, Sorghum (Futterhirse), Moha, Perlhirse, Teff, Rauhafer, Futterreis als auch Leguminosen (einjährige Luzerne, Blaue Lupine, Sulla, Futterlinse, Sparriger Klee, Kuhbohne, Helmbohne), Guizotia, Tatarischer Buchweizen und Leindotter. Untersucht wurden Wachstum, Ertrag und Futterqualität.

Der Versuch wurde am 6. August angelegt und dauerte bis zum 30. September. Während der Wachstumsphase von 55 Tagen waren die Wachstumsbedingungen sehr günstig  – ausreichend Niederschlag und viel Wärme. Alle Arten wurden in Reinkultur ausgesät. Die Saatdichte und -tiefe wurden entsprechend dem Tausendkorngewicht der verschiedenen Arten festgelegt.

Auflaufgeschweindigkeit und Bodenbedeckung

Die Auflaufgeschwindigkeit, die Bodenbedeckung und der Gesamteindruck wurden visuell beurteilt. Grünmais, Sorghum, Kuhbohne und Helmbohne keimten in weniger als sechs Tagen, während die Lupine und der Sparrige Klee mehr als 15 Tage benötigten. «Die Bodenbedeckung 25 Tage nach der Aussaat war bei mehreren Arten ungenügend, insbesondere bei Futterlinsen, Blauer Lupine, Sulla, Einjähriger Luzerne und Sparrigem Klee», bilanzieren die Forscher.

Der Gesamteindruck, der die Wuchskraft, Bestandesdichte und Homogenität der Pflanzendecke umfasst, war bei Moha, Guizotia, Futterreis, Sparrigem Klee und Leindotter gut.

Ertrag und Nährwert

Die Trockensubstanzerträge (TS) fielen je nach Art sehr unterschiedlich aus. Den weitaus höchsten Ertrag erzielte der Grünmais, der mit über 63 dt TS/ha von den günstigen Bedingungen profitierte. Mehrschnittiges Sorghum lieferte 44 dt/ha, gefolgt von tatarischem Buchweizen, Leindotter und Moha mit 32 bis 33 dt/ha. Mehrere Arten, darunter die meisten Leguminosen, erzielten Erträge von weniger als 20 dt/ha.

«Leider liefern C4-Pflanzen, die zwar viel Biomasse produzieren, rohfaserreiches Futter mit einer mittelmässigen Verdaulichkeit und einem Energiegehalt von weniger als 5,0 MJ NEL (Nettoenergie Laktation) pro kg TS», halten die Forscher fest. Mehrere Arten wie Rauhafer, Sulla, Futterreis, Guizotia und tatarischer Buchweizen erzielten hingegen interessante Nährwerte.

Leguminosen zeichnen sich durch einen hohen Rohproteingehalt aus. Hervorzuheben ist, dass Helmbohnen in einer Mischung mit mehrschnittigem Sorghum einen guten Ertrag mit qualitativ hochwertigem Futter lieferten. «Um das Potenzial der getesteten Arten besser nutzen zu können, wäre es interessant, sie mit bereits bekannten Futterpflanzen zu kombinieren, die einen guten Ertrag, hohe Nährwerte und ein rasches Wachstum aufweisen», heisst es in der Mitteilung.

Fazit

  • In Reinkultur sind die untersuchten Futterpflanzenarten aus tropischen, asiatischen oder mediterranen Regionen grösstenteils nicht als Zwischenfrucht geeignet, sei es aufgrund ihrer geringen Biomasseproduktion, ihrer schlechten Futterqualität oder ihrer zu langsamen Entwicklung.
  • Mehrschnittiges Sorghum ist aus heutiger Sicht die vielversprechendste Art, da sie selbst bei starker Trockenheit interessante Erträge ermöglicht.
  • In Kombination mit Futterpflanzen, deren Eigenschaften bereits bekannt und bewährt sind, könnten wahrscheinlich überzeugendere Ergebnisse erzielt werden, wie beispielsweise mit der Mischung aus Kuhbohnen und Sorghum oder Sorghum und Alexandrinerklee.

-> Die ganze Studie gibt es hier (französisch)

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