
Bei der Mahdgutübertragung wird Gras von einer blütenreichen Wiese auf einem vorbereiteten Saatbett ausgebracht.
Fibl
Noch bis mindestens Ende Mai ist der beste Zeitpunkt, um artenarme, extensive Wiesen mit geeigneten Methoden aufzuwerten. Entwickelt sich in einem Bestand trotz angepasster Bewirtschaftung über Jahre keine Pflanzenvielfalt, kann nach Absprache mit der kantonalen Fachstelle eine Neuansaat auf einer Teil- oder der gesamten Fläche sinnvoll sein. Vorgängig muss geprüft werden, ob der Standort dafür infrage kommt:
Geeignet sind trockene bis mässig feuchte, flachgründige, skelettreiche oder sandige Böden; ungeeignet drainierte Moorböden, Nährstoffgewinnlagen sowie Flächen mit starkem Besatz an ausdauernden Unkräutern. Der Umfang der Aufwertung, die dazu eingesetzte Technik, das Saatgut und die künftige Bewirtschaftung werden entsprechend der Ausgangslage gewählt.
Ökologisch sinnvoll
Bei lückiger Vegetation kann eine Teilflächenansaat sinnvoll sein. Besonders in Hanglagen oder auf flachgründigen Böden reduziert sie das Erosionsrisiko. Bei der Streifensaat werden 5 bis 6 m, bei der Streifenfrässaat 25 bis 35 cm breite Streifen bearbeitet und nach mehrmaliger Unkrautkur mit einer kräuterreichen Mischung angesät.
Für eine Neuanlage der Gesamtfläche eignen sich handelsübliche Mischungen, die oberflächlich gesät werden, oder die Mahdgutübertragung: Das frische Erntegut einer Spenderwiese wird auf der Empfängerfläche verteilt, dort fallen die reifen Samen aus und keimen. Die Methode ist trotz dem Aufwand ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich attraktiv und fördert eine standortgerechte Zusammensetzung. Entscheidend ist ein gut vorbereitetes, unkrautfreies Saatbett. Nach dem Anwalzen ist ist Geduld nötig, da viele Arten langsam wachsen. Bei starkem Unkrautdruck kann ein Säuberungsschnitt erforderlich sein.
=> Merkblätter zum Thema «Extensiven Wiesen».
*Theres Rutz arbeitet bei Fibl.