Gras-Klee-Mischungen mit nur vier Arten unterdrücken Unkräuter in intensiv bewirtschaftetem Grasland deutlich stärker als Monokulturen.Diese Tatsache gewinnt mit dem Aktionsplan Pflanzenschutz an Bedeutung.
In vielen europäischen Ländern säen die Bauern im Futterbau reine Graskulturen an. Gedüngt wird mit viel Stickstoff. In der Schweiz hingegen haben Mischbestände mit Klee, Gräsern und Kräutern eine lange Tradition – zu Recht, wie nun eine europäische Netzwerkstudie zeigt: Futterbaumischungen mit nur vier Arten unterdrücken Unkräuter bei intensiver Bewirtschaftung bis 75 Prozent stärker als Monokulturen.
Von Spanien bis Island
Das Forschungsnetzwerk führte seine Studien laut Agroscope an 31 Standorten mit unterschiedlichen Wachstumsbedingungen in 17 Ländern durch. Dabei wurden 11 Klee-Gras-Mischungen mit Klee- und Gras-Reinkulturen verglichen.
Die Resultate aller Standorte waren vergleichbar: An jedem Standort war die Biomasse der Unkräuter bei fast allen Mischungen kleiner als die Unkrautbiomasse der vier Monokulturen. Diese Effekte blieben über die Jahre erhalten – und zwar unabhängig von den Wachstumsbedingungen.
Der Effekt der besseren Unkrautunterdrückung der Mischungen war in allen Versuchsjahren und in allen Mischungen vorhanden. Deshalb können die Bauern bei unterschiedlichen Wachstumsbedingungen in diversen Regionen vom Unkrautunterdrückungseffekt der Mischungen profitieren, ohne dass sie die Zusammensetzung der Mischung gross anpassen müssen.
Bedeutung nimmt zu
Unkraut beansprucht Ressourcen wie Nährstoffe, Wasser und Licht, die nicht mehr für die Produktion der hochwertigen Futterpflanzen zur Verfügung stehen. Zudem können die Unkräuter die Qualität des Futters beeinträchtigen.
Der Nationale Aktionsplan Pflanzenschutzmittel bringt verstärkte Einschränkungen des Herbizideinsatzes auch im Futterbau mit sich; die unkrauthemmende Wirkung der Mischungen wird deshalb in Zukunft noch deutlich an Bedeutung gewinnen.
Schon früher im europäischen Netzwerk durchgeführte Forschungsprojekte zeigten weitere grosse Vorteile von Mischbeständen. So bringen Klee-Gras-Mischungen mit nur vier Arten bereits höhere Futtererträge und können Stickstoff besser aufnehmen.
Raygras nur an sonnigen Lagen
Mischungen haben im Futterbau viele Vorteile. Das haben die Studien des europäischen Forschungsnetzwerks (siehe Haupttext) wieder einmal eindrücklich gezeigt. Doch nicht jede Mischung funktioniert überall. So ist bei der Ansaat einer Kunstwiese entscheidend, ob die Lage raygrastauglich ist.
Das sind die Standort- und Bewirtschaftungsansprüche von Raygras:
- Mildes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit
- Sonnige Lagen
- Früh schneefrei
- Mittlere Jahrestemperatur 6,5 bis 9°C
- Höhe bis 700m ü. M. (Italienisches Raygras) bzw. bis 1000m ü.M. (Englisches Raygras)
- Mittlere Jahresniederschläge von 900 bis 1500mm
- Normal durchlässige Böden oder sanfte Hanglagen
- Mittelschwer, krümeliger Oberboden, keine Bodenverdichtungen
- Genügend hohe Nährstoffversorgung
- Regelmässige leichte Stickstoffgaben