Nationale Raufutterbörse lanciert

Die anhaltende Trockenheit beschäftigt viele Landwirtschaftsbetriebe. Weil vielerorts Raufutter knapp wird, haben mehrere Ostschweizer Landwirtschaftsorganisationen unter der Federführung des Maschinenrings Schweiz eine nationale Raufutterbörse lanciert. Weitere Verbände sind eingeladen, sich daran zu beteiligen.

Ab sofort ist die Plattform «Rautterfutterbörse» online. Sie steht Interessierten aus der ganzen Schweiz offen. Landwirtinnen und Landwirte können dort mit wenigen Klicks Raufutter anbieten oder suchen – von Heu über Silage bis hin zu Mais. Das Inserieren ist kostenlos.

«Je mehr Betriebe ihre Angebote erfassen, desto besser funktioniert die Vermittlung – und desto schneller gelangt das Futter dorthin, wo es dringend benötigt wird», schreibt der Verband Thurgauer Landwirtschaft (VTL), der ebenfalls hinter der Initiative steht, in seiner Mitteilung.

 Link zur Raufutterbörse

Auf der Plattform können Verkaufs- und Kaufangebote für Raufutter einfach online erfasst werden. Die Inserate sind laut der Mitteilung des VTL sofort für alle Nutzerinnen und Nutzer sichtbar. Besonders gefragt seien derzeit Mais sowie Grundfutter.

Die Plattform wird vom Maschinenring Schweiz betrieben. Dessen Geschäftsführer Fabian Brühwiler erklärt auf Anfrage, dass sämtliche Inserate geprüft würden. Man sei sich der Gefahr von Betrugsversuchen bewusst. Gerade angesichts der angespannten finanziellen Lage vieler Betriebe sei dies besonders wichtig.

Brühwiler betont zudem, dass weitere kantonale Bauernverbände eingeladen seien, sich an der nationalen Raufutterbörse zu beteiligen.

-> Hier gehts zur Raufutterbörse

Unterstützung vom BEBV

Diesem Aufruf ist bereits der Berner Bauernverband (BEBV) gefolgt: «Wir begrüssen eine nationale Lösung für Angebot und Nachfrage von Futtermitteln, die den Bäuerinnen und Bauern kostenlos zur Verfügung steht, ausdrücklich. Nun geht es darum, den Betrieben möglichst unkomplizierte und rasch verfügbare Möglichkeiten anzubieten», sagt Gaby Mumenthaler, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiterin Kommunikation des BEBV, zu schweizerbauer.ch.

Sobald die nationale Plattform verfügbar sei, werde sie auf der Website des BEBV verlinkt und bei den Mitgliedern aktiv bekannt gemacht. Die bestehende Futtermittelbörse des Verbands bleibe jedoch bestehen. «Wir sehen das nationale Angebot als wichtige Ergänzung», so Mumenthaler.

-> Hier gehts zur Futterbörse des BEBV

Weitere Futterbörse in der Deutschschweiz

Der Zürcher Bauernverband (ZBV) verweist derweil auf die Online-Futtermittelbörse, die er vergangene Woche gemeinsam mit dem Schaffhauser Bauernverband (SHBV) lanciert hat. Das Angebot ist ebenfalls kostenlos. Bei der Preisgestaltung bitten die Verbände die verkaufenden Landwirtinnen und Landwirte, keine überhöhten Preise zu verlangen.

->  Hier gehts zur Futtermittelbörse des ZBV und des SHBV

Hinter der Initiative der nationalen Raufutterbörse stehen der Verband Thurgauer Landwirtschaft (VTL), der St. Galler Bauernverband (SGBV), die Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten (TMP), die Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost (VMMO), die Beratung Arenenberg (BBZA) sowie der Maschinenring Schweiz.

Futter statt Gründüngung

Neben der Raufutterbörse lancieren die Organisationen auch den Aufruf «Futter statt Gründüngung». Betriebe, die nach der Getreideernte eine Gründüngung geplant haben, werden ermutigt zu prüfen, ob stattdessen Zwischenfutter angebaut und an Betriebe mit Futtermangel abgegeben werden könne.

Denkbar sind laut der Mitteilung des VTL verschiedene Modelle – etwa die Übernahme der Saatgutkosten oder der Aussaat durch den Futtersuchenden. Voraussetzung seien Absprachen zwischen den Betrieben sowie die Beachtung der kantonalen Vorgaben zur Bodenbedeckung und Landschaftsqualität.

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