Angebot und Nachfrage bei Heu und Stroh verlaufen mit leichten regionalen Schwankungen in ruhigen Bahnen. Wie es wirklich um die Futtervorräte stehe, werde sich im Februar/März weisen, sagt der Raufutterverband.
Der Schweizerische Raufutter-Verband (SRV) besprach an seiner Generalversammlung vom 22. November im einstigen Kloster Gnadental in der aargauischen Gemeinde Niederwil unter der Leitung von Präsident Ruedi Zgraggen die Marktlage. Er analysierte das Raufutter-Angebot und die Nachfrage im Inland sowie die Importsituation namentlich aus dem süddeutschen Raum, aus Frankreich und Italien.
Witterungseinflüsse
Der Befund ergab, dass der Handel zurzeit ziemlich flach verläuft. Zudem zeigte die Aussprache, wie stark der Raufuttermarkt von der Witterung beeinflusst wird. Vom Sommer bis zum Herbst 2012 fielen die Mengen sehr gut aus. Die Preise kamen gegen das Frühjahr 2013 unter Druck. Den VSR-Händlern gelang es, die alten Heulager weitgehend abzubauen – wohl nicht zuletzt darum, weil sich die ersten Grasschnitte dieses Jahr verzögerten.
Die Heuernte 2013 war relativ nass und spät. Es gab auch überständige Ware. Der zweite Schnitt litt zum Teil unter Trockenheit. Auch die Emdmengen hielten sich in Grenzen. Alpweiden wurden spät bestossen, der Rückstand war nicht mehr aufzuholen. Anderseits dauerten in den Niederungen das Grasen und Weiden bis in den November hinein. Wie es wirklich um die Futtervorräte in den Ställen stehe, werde sich im Februar/März weisen, erklärten Beobachter.
Tierbestand spielt Rolle
Die Futternachfrage hängt wesentlich von den Tierbeständen ab. Beim Nutzvieh spielt vielleicht die weitere Milchpreisentwicklung eine stimulierende Rolle. Anderseits könnte sich der Wegfall der Tierhalterbeiträge gemäss der AP 2017 aber auch negativ auswirken.
In Anbetracht der eher mässigen diesjährigen Futtermengen haben die Preise im Herbst bereits etwas angezogen. Obwohl der Zoll auf Importheu um zwei Franken gesenkt wurde, profitierten die Verbraucher nicht vom Abschlag, weil die süddeutschen Anbieter den Preis in gleichem Umfang anhoben. Das habe aber nichts mit Importmechanismus und Schlitzohrigkeit der Exporteure, sondern mit der Tatsache zu tun gehabt, dass die Futtervorräte auch ennet der Grenze geringer ausfielen, präzisierte SRV-Ehrenpräsident Hans Hug.
Heupreis angehoben
Nach Abwägen der Umstände empfahl die Generalversammlung eine Preisanhebung für belüftetes Heu gepresst von 30 auf 33 Franken und für Pferdeheu in Kleinballen gepresst von 25 auf 27 Franken. Einen allfälligen Anschein kartellistischer Absprache parierte Präsident Zgraggen durch den Appell für eine verantwortungsbewusste Preisgestaltung, «mit der Verbraucher, Produzenten und Vermarkter auch in Zukunft existieren können».
Der Stroh-Richtpreis wurde bei 18 Franken belassen. Stroh sei in den letzten zwei Jahren eher etwas zu teuer gewesen, hiess es. Der Endpreis werde nicht zuletzt von sehr unterschiedlichen Kalkulationen von Transportunternehmern beeinflusst. Von der Importseite wurde berichtet, Frankreich habe viel Stroh, stehe aber vor einer Mehrwertsteuererhöhung.