
Toni Peterhans konnte grüneren und dürren Mais mischen.
zvg
Vergangene Woche hat Toni Peterhans aus Fislisbach AG eine Hektare Silomais in Ballen gepackt. Als einer der ersten der Schweiz. «Doch ausserordentliche Situationen erfordern ausserordentliche Massnahmen», betont der Holstein-Meisterzüchter, dessen Kühe auf 13’700 kg Milch kommen. «Dieser Mais wurde am 7. April auf sandigem Boden gesät. Er war nicht mehr zu retten, bildete keine Kolben aus. Wir konnten ganz dürre und grünere Pflanzen mischen, damit eine Gärung stattfinden kann.»
Bei Nässe drohen Pilze
Toni Peterhans wird die Ballen, entspechend deklariert, als Rinderfutter verkaufen. Für die acht bis neun Hektaren, die er für seine Kühe braucht, hat der Aargauer Milchproduzent letzte Woche Notmassnahmen eingeleitet. «Wir haben Schläuche gelegt und werden mit dem Rollomat rund 30 mm Wasser geben – was letztmals 2003 vorgekommen ist», erklärt er. «Der Mais macht bei uns 50 Prozent der Ration aus, die Qualität muss stimmen.»
«Mais, der bei Hitze die Blätter einrollt, sieht schlecht aus, wird sich bei genügend Wasser aber wieder erholen. Da muss mit der Ernte unbedingt zugewartet werden.»
Beat Wyss, Lohnunternehmer und KWS-Berater in Oberramsern SO, stuft die Massnahme von Toni Peterhans als sinnvoll ein: «Ich gehe davon aus, dass sich stark geschädigter Mais nicht mehr vollständig erholt und bei Nässe eher noch von Pilzen befallen wird. Darum macht aus meiner Sicht die vorzeitige Ernte Sinn.» Allerdings habe der Mais aufgrund des Wassermangels die Stärkeeinlagerung nicht abgeschlossen und wohl erst knapp die Hälfte der Nährstoffe eingelagert.
Mehr Zucker
«Im Saft ist vor allem Zucker, und das hilft bei der Konservierung», so der Berater. «Dafür ist sicher anteilmässig mehr Faser vorhanden, und auch der Nitratgehalt kann höher sein. Wenn grosse Mengen gefüttert werden, würde ich eine Futteranalyse unbedingt empfehlen.»
Landwirtinnen und Landwirte, die stehenden Mais haben und nicht wissen, wie sie weiter vorgehen sollen, kann Beat Wyss beruhigen: «Mais, der bei Hitze die Blätter einrollt, sieht schlecht aus, wird sich bei genügend Wasser aber wieder erholen. Da muss mit der Ernte unbedingt zugewartet werden.» In der Regel würden diese Pflanzen am Morgen immer normal aussehen, im Verlauf des Tages verschlechtere sich ihr Erscheinungsbild.
Mais kann überraschen
Beat Wyss verweist auf die letzten Jahre: «Da hatten wir die gleiche Herausforderung nach Hagelschlägen, der Mais musste vielmals zu früh geerntet werden. Die betroffenen Landwirte waren anschliessend immer wieder erstaunt, wie gut er ‹füttert›.»
Der KWS-Berater schätzt, dass die Silomaisernte etwa drei bis vier Wochen früher beginnt als in anderen Jahren. Daher werde KWS auch früher mit den Trockensubstanzanalysen beim Mais der Demoparzellen starten.
Ja es ist trocken, und ja wahrscheinlich werden die Kühe im Winter weniger Milch geben, aber so schlimm kann's nicht sein hatten ja einen sehr guten 1 schnitt mit 15 ballen pro ha. Und vor 2 Wochen denn 2 schnitt silo mit 6.5 ballen pro ha.
Und der 3. Schnitt wird ausfallen. Aber der Herbst wird es schon noch kompensieren.
War meistens so.