
Aufgrund der aktuellen Wetterlage könnte es auf einigen Alpen bald zu Engpässen beim Tränkewasser kommen, warnt der SAV.
Bettina Kiener
Die Schweiz ist von einer massiven Hitzewelle betroffen. Im Mittelland werden verbreitet Temperaturen zwischen 32 und 37 Grad gemessen. Die seit Monaten andauernde Trockenheit verschärft sich mit jedem Tag. Ein Ende der Hitzewelle ist erst kommenden Montag prognostiziert.
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Notfallmassnahmen planen
Nicht nur die Felder und Äcker im Mittelland sind betroffen, sondern auch die Alpgebiete. «In vielen Regionen, insbesondere im Jurabogen, Berner Oberland und Wallis, drohen bald Engpässe bei Tränkewasser und Weidefutter», schreibt der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband (SAV) am Mittwoch in einer Mitteilung. Weil im vergangenen Winter vielerorts unterdurchschnittlich viel Schnee fiel, sind die Wasserreserven teilweise unzureichend gefüllt.

Die Armee kann mit genügend Vorlaufzeit Wasser auf die Alpen fliegen.
Anja Tschannen
Der SAV rät den Alpbetrieben dringend, frühzeitig Notfallmassnahmen zu planen. Betriebe, die auf Helikopterflüge angewiesen sind, sollen mit der Alpberatung oder der kantonalen SAV-Sektion Kontakt aufnehmen. Die Armee führt unter gewissen Voraussetzungen Wasserversorgungsflüge durch. «Dabei ist jedoch mit einer Vorlaufzeit zu rechnen, da zuvor einige Abklärungen notwendig sind», schreibt der Verband.
Kürzungen vermeiden – Solidarität mit Talbetrieben
Weiter kann die Trockenheit auch Kürzungen der Direktzahlungen zur Folge haben, wenn kein Gesuch eingereicht wird. Wenn wegen fehlendem Wasser oder Futter 75 Prozent der verfügten Normalstösse nicht erreicht werden können, empfiehlt der SAV, frühzeitig mit dem Direktzahlungsamt des zuständigen Kantons Kontakt aufzunehmen. Das Unterschreiten des Tierbesatzes aufgrund von Trockenheit gilt als Fall höherer Gewalt. «Die Gesuche können in der Regel von den Kantonen bewilligt werden», schreibt der Verband.
Das Sömmerungsgebiet entspricht einem Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche der Schweiz oder elf Prozent der Landesfläche. Über 800‘000 Tiere nutzen dieses natürliche Grasland während den Sommermonaten. Die 6‘600 Alpbetriebe stellen gemäss SAV jährlich insgesamt rund 5‘500 Tonnen Alpkäse her. pd
Der SAV ruft zudem zu Solidarität mit den Talbetrieben auf. Diese seien von der Trockenheit noch stärker betroffen. Alpen, die über freie Plätze sowie genügend Futter und Tränkewasser verfügen, sollen diese auf der Viehvermittlungsplattform von Zalp ausschreiben.
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Wasserangebot erheben
In den kommenden Jahren dürfte sich die Trockenheit weiter verschärfen. Der SAV rät den Alpenbewirtschaftern, das Wasserangebot systematisch zu erfassen. «Dazu gehört eine seriöse Langzeitbeobachtung über zwei bis drei Jahre, bei der Quellerträge, weitere Wasservorkommen sowie Vorfluter regelmässig erfasst werden», heisst es in der Mitteilung.
Anhand dieser Daten können gemäss SAV Investitionen in die Wasserversorgung geplant werden. Für das Erfassen von Quellschüttungen stellt die Arbeitsgruppe Wassermanagement im Sömmerungsgebiet des Forums Nachhaltiges Wassermanagement in der Landwirtschaft ein Merkblatt zur Verfügung.