
Noch hält die Hitzewelle an – und die Wiesen werden immer brauner.
Ueli Steiner
Solange die Stoppeln der Horstgräser im Innern grün sind und sich die Horste nicht leicht ausreissen lassen, sind sie laut den Futterbauexperten noch vital und schlagen bei regnerischem Wetter wieder aus. Zudem würden die typischen Weidegräser wie das Englische Raigras und die Wiesenrispe auch nach einem längeren Wachstumsstillstand aus ihren unterirdischen Ausläufern wieder neue Triebe bilden.
Das Italienische Raigras in Natur- und Kunstwiesen an ohnehin trockenen Standorten sei von der Sommertrockenheit am stärksten betroffen, schreibt die Liebegg. Die flach wurzelnden Horste würden verdorren und absterben. Da das Italienische Raigras im Sommer aber ab etwa sechs Wochen nach einem Schnitt bereits reifen Samen bilde, könne es sich über die Versamung regenerieren, sobald im Spätsommer und im Herbst genügend Regen falle.
Auch was Weiden betrifft, ist die Liebegg optimistisch: Haben sie einen guten Ausgangsbestand mit viel Englischem Raigras und Wiesenrispe, können sie noch so braun sein, sie erholen sich wieder. «Sind sie verfilzt, lassen sich die Gemeine Rispe und das Ausläuferstraussgras jetzt leicht entfernen. Werden die hinterbleibenden Lücken mit den üblichen Herbstübersaaten geschlossen werden, haben Unkräuter wie der Breitwegerich und die Blacken das Nachsehen», schreibt die Liebegg. Alte, lückige Kunstwiesen würden am besten über eine verkürzte Fruchtfolge, heisst es weiter.